Patthorst-Wohnheim bleibt weiter Debatten-Thema

Jonas Damme

Nicht schön, aber alternativlos: Das gemeindliche Übergangswohnheim an der Patthorster Straße. - © Jonas Damme
Nicht schön, aber alternativlos: Das gemeindliche Übergangswohnheim an der Patthorster Straße. (© Jonas Damme)

Steinhagen. Erneut hat die Gemeinde kürzlich 20 geflüchtete Menschen aufgenommen. Eine Ankündigung weiterer Zuweisungen gibt es derzeit nicht, berichtete Amtsleiterin Birgit Pape am Dienstagabend im Sozialausschuss. Außerdem seien die meisten der frisch Aufgenommen bereits ausreisepflichtig, würden deshalb also wohl nicht lange in der Gemeinde bleiben. 223 Geflüchtete leben damit derzeit in der Gemeinde.

Die Auslastung der Unterkünfte sei gegenwärtig trotzdem in Ordnung, erklärte Birgit Pape außerdem auf Nachfrage von Alexander Alt (FDP). Sowohl bei den beiden Unterkünften am Schulzentrum, an der Straße An der Jüpke und in der Patthorst seien die Belegungen in einem guten Bereich. Einzig die Häuser an der Bahnhofstraße würden gegenwärtig bewusst etwas weniger ausgelastet, da geplant sei, die neun Wohneinheiten ab dem 1. Januar 2019 als normale Mietwohnungen zu vermieten.

„Wir arbeiten gerade daran, dass die alleinstehenden Männer nach und nach ausziehen, damit wir die Wohnungen vorher noch renovieren können", so Pape. Danach können dann als wohnungssuchend gemeldete Familien – meist, aber nicht zwangsläufig Geflüchtete – dort einziehen. Die Gemeinde hatte die Gebäude kürzlich vom ursprünglichen Bauherrn, der Annette-Schlichte-Steinhäger-Stiftung, gekauft.

Weniger positiv stellt stellt sich die Zukunft des Übergangswohnheimes an der Patthorst dar. Herbert Mikoteit (CDU) brachte die Frage im Ausschuss einmal mehr auf.

„Es gibt im Moment keine Alternative"

„Wenn die Situation nicht mehr so akut ist, sollten wir das Thema mal angehen", schlug er vor. „Gibt es überhaupt die Möglichkeit, das Gebäude aufzugeben und dort etwas Neues zu machen?" Schon in der Vergangenheit hatte der schlechte bauliche Zustand des Wohnheimes immer wieder zu Debatten geführt. Bürgermeister Klaus Besser stimmte ihm insoweit zu, dass er sagte: „Perspektivisch wollen wir sie aufgeben", in nächster Zukunft werde aber nichts geschehen, denn: „Im Moment brauchen wir sie noch." Außerdem erinnerte er daran, dass das Patthorst-Wohnheim nicht nur für Geflüchtete genutzt wird. „Dort sind auch Obdachlose untergebracht."

Dem schloss sich auch Sozialamtschefin Pape an. „Ich bitte inständig darum, das Wohnheim vorerst nicht aufzugeben. Es gibt im Moment keine Alternative." Wegen seiner Lage und seiner Größe sei das Gebäude für manchen Bewohner einfach besser geeignet, als die anderen zur Verfügung stehenden Häuser.

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