Umgestaltung des Alten Friedhofs: Die Würde soll erhalten bleiben

BIRGIT NOLTE

Alter Friedhof: Das Kreuz, das kurz nach der Eröffnung im Jahre 1873 aufgestellt wurde, soll erhalten bleiben. Insgesamt ist der Alte Friedhof 1,5 Hektar groß. - © Birgit Nolte
Alter Friedhof: Das Kreuz, das kurz nach der Eröffnung im Jahre 1873 aufgestellt wurde, soll erhalten bleiben. Insgesamt ist der Alte Friedhof 1,5 Hektar groß. (© Birgit Nolte)

Steinhagen. „Ein Rockkonzert kann ich mir hier nicht vorstellen." Als Pfarrerin Dagmar Schröder diese Feststellung auf dem Alten Friedhof machte, ging ein kollektives Nicken durch die Reihen der Besucher aus Kirche und Kommune. Zwar läuft die Ruhezeit der letzten Gräber erst 2040 aus, trotzdem ist aus Sicht der Gemeinde die Zeit gekommen, sich Gedanken über die Zukunft des Areals zu machen.

258 Grabstellen sind derzeit noch auf dem 1,5 Hektar großen Gelände zu finden. „Pro Jahr werden es zehn bis zwölf weniger", berichtete Klaus Redecker vom Friedhofsausschuss der evangelischen Kirchengemeinde. Dementsprechend müsse nun überlegt werden, welche Grabstellen auch nach Ablauf der Ruhezeit erhalten bleiben sollen. Bei manchen stellt sich die Frage gar nicht erst. „Soldatengräber müssen per Gesetz erhalten bleiben", erläuterte Redecker. Eines davon gibt es auch auf dem Alten Friedhof.

Soll ein Park werden: Klaus Redecker vom Friedhofsausschuss (Zweiter von links) erläutert den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses sowie interessierten Gästen die neuen Pläne für den Alten Friedhof. - © Birgit Nolte
Soll ein Park werden: Klaus Redecker vom Friedhofsausschuss (Zweiter von links) erläutert den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses sowie interessierten Gästen die neuen Pläne für den Alten Friedhof. (© Birgit Nolte)

Darüber hinaus war sich die Mehrheit der Mitglieder des Friedhofsausschusses und des Haupt- und Finanzausschusses einig, dass auch die Grabstellen bekannter Steinhagener Familien wie Schlichte und König, ehemaliger Bürgermeister oder auch das von Hermann Niehaus, einem der Gründerväter der neuapostolischen Kirche, erhalten bleiben sollen. Rund 30 Grabstellen stehen bisher auf einer vorläufigen Liste der Kirche. Hildegard Fuest von der SPD regte an, auch ein Grab eines nicht so bekannten Bürgers zu erhalten, was auch bei den Kirchenvertretern sofort Anklang fand.

Doch nicht nur ausgewählte Grabstellen und wertvoller Baumbestand wurden als erhaltenswert eingestuft: An zentraler Stelle des 1876 eröffneten Friedhofs steht ein großes Steinkreuz. „Für die Hinterbliebenen war es immer wichtig, dass der Sarg des verstorbenen Angehörigen vor der Grablege einmal um dieses Kreuz getragen wurde", berichtete Pfarrerin Dagmar Schröder.

Für alle Beteiligten ist es entscheidend, dass der Alte Friedhof auch nach einer behutsamen Umgestaltung ein Ort der Stille und Einkehr bleibt. Denn auch die Grabstellen, die nicht erhalten bleiben, werden nicht ausgehoben. Sie werden zwar geebnet und mit Rasen bepflanzt, die Gebeine bleiben aber in der Erde. „Das Areal wird insofern einen ganz anderen Charakter haben als der Bürgerpark", machte Bürgermeister Klaus Besser die Tendenz deutlich.

Im Herbst wollen die Mitglieder des Friedhofsausschusses und des Haupt- und Finanzausschusses zu weiteren Beratungen im Rathaus zusammenkommen.

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