Ausbildungsnetzwerk BANG expandiert in Brockhagen

Frank Jasper

Aus- und Weiterbildung: Auszubildende beim Fräsen. Dank der Erweiterung des Trainingszentrums können künftig deutlich mehr Arbeitsverfahren unterrichtet werden. Unter anderem in den Bereichen Blechverarbeitung und Wartungstechnik. - © BANG
Aus- und Weiterbildung: Auszubildende beim Fräsen. Dank der Erweiterung des Trainingszentrums können künftig deutlich mehr Arbeitsverfahren unterrichtet werden. Unter anderem in den Bereichen Blechverarbeitung und Wartungstechnik. (© BANG)

Steinhagen-Brockhagen. Weil die bisherigen Räume in Halle zu klein geworden waren, hatte sich das berufliche Ausbildungsnetzwerk im Gewerbebereich, kurz BANG, auf die Suche nach einem neuen Standort begeben. „In der Kaiserstraße in Halle standen uns lediglich 400 Quadratmeter zur Verfügung, in Brockhagen haben wir jetzt eine Räumlichkeit gefunden, in der wir 1200 Quadratmeter übernommen haben“, berichtet Markus Kamann, Geschäftsführer des Vereins BANG Gütersloh. Vergangene Woche erfolgte der Umzug.

Die Fläche hat der Verein von der Hörmann KG Antriebstechnik gemietet, die ebenfalls einen Teil der Halle nutzt. Es handelt sich dabei um den einstigen Firmensitz von Rokuplast – der Firma, die die Kruke für den Kreisverkehr an der Bahnhofstraße gefertigt hat.

„Wir benötigen diese Expansionsmöglichkeit, um für unsere Technologiepartner attraktiv zu bleiben und unser Angebot auszuweiten“, erläutert Markus Kamann. Hörmann ist nicht nur der neue Vermieter, künftig will man im Bereich Wartungstechnik zusammenarbeiten. Als weiteren Standortvorteil nennt Kamann die Nähe zur in Kürze für den Verkehr freigegebenen Autobahn 33.

Neben der geplanten Kooperation mit Hörmann hat BANG in dem Unternehmen Trumpf aus Ditzingen einen weiteren neuen Partner gefunden. Trumpf ist einer der größten Maschinen- und Anlagenbauer Deutschlands und Spezialist für das Lasern in der industriellen Fertigung. „Zusammen mit Trumpf entsteht in Brockhagen eine Lehrfabrik für die Blechverarbeitung. Dort schulen wir das Lasern, Stanzen, Abkanten und Biegen von Blechen“, erläutert Markus Kamann. Dank der Zusammenarbeit könne BANG am neuen Standort modernste Arbeitsverfahren abbilden und unterrichten. Das bisher in Halle beheimatete Angebot, das sich auf metallverarbeitende Berufe konzentrierte, ist mit umgezogen nach Brockhagen.

Gleichwohl könne man, so Markus Kamann, zunächst nicht die gesamte angemietete Fläche ausfüllen. Perspektivisch gesehen sei sie jedoch nötig. Darum bittet der Verein um eine anfängliche finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde Steinhagen. „Denkbar wäre ein Mietkostenzuschuss als Anschubfinanzierung, ähnlich wie es in Verl erfolgt ist, wo es ebenfalls ein Trainingszentrum gibt“, sagt Bürgermeister Klaus Besser. Er begrüßt die Ansiedlung von BANG: „Dort wird ein wichtiger Beitrag zur Qualifizierung von Auszubildenden geleistet und damit dem Fachkräftemangel entgegengewirkt.“ Kommenden Montag stellt Markus Kamann der Politik das Ausbildungsnetzwerk BANG im Ausschuss für Generationen, Arbeit, Soziales und Integration vor.

Info
Dritte Säule der Ausbildung

BANG hat sich zum Ziel gesetzt, die Attraktivität der Metall-Berufe zu steigern und sich für eine qualitativ hochwertige Aus- und Weiterbildung in der Region einzusetzen.

Zu diesem Zweck haben sich Unternehmen innerhalb eines Bezirks zu Netzwerken zusammengeschlossen, deren Auszubildende das BANG-Angebot nutzen.

In den Trainingszentren werden den Auszubildenden die Inhalte vermittelt, die ein Betrieb aufgrund seiner hohen Spezialisierung oder auch eines hohen Auftragsvolumens nicht mehr vermitteln kann. BANG richtet sich somit aber auch an kleinere Betriebe, die sonst eine betreuungsintensive Ausbildung eher scheuen würden.

Auf diese Weise entsteht eine Ergänzung des herkömmlichen dualen Ausbildungssystems. Betrieb und Berufsschule werden um eine dritte Säule, das BANG-Ausbildungsnetzwerk, ergänzt.

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