Ja sagen im Trau(m)zimmer

Frank Jasper

Unterm Wolkenhimmel: Innenarchitektin Janine Ostermann (von links), Architekt Oliver Stüwe, Bürgermeister Klaus Besser, Ordnungsamtsleiterin Ellen Strothenke und die Standesbeamtinnen Martina Hartsieker und Uta Möller. - © Foto: Frank Jasper
Unterm Wolkenhimmel: Innenarchitektin Janine Ostermann (von links), Architekt Oliver Stüwe, Bürgermeister Klaus Besser, Ordnungsamtsleiterin Ellen Strothenke und die Standesbeamtinnen Martina Hartsieker und Uta Möller. (© Foto: Frank Jasper)

Steinhagen. Nach 35 Jahren war eine Renovierung des Trauzimmers, das sich im Erdgeschoss des Rathauses befindet, überfällig. Das Zimmer, in dem jedes Jahr um die hundert Paare ins Eheglück starten, wirkte dunkel und wenig glamourös. Das hat sich geändert. 60 000 Euro hat die Gemeinde in die Frischzellenkur investiert. Danach ist der Raum nicht wiederzuerkennen. Architekt Oliver Stüwe und seine Kollegin, Innenarchitektin Janine Ostermann, haben sich in Absprache mit der Gemeindeverwaltung für eine mutige Raumgestaltung entschieden.

„Im Vorfeld gab es Diskussionsbedarf über den Entwurf", sagt Standesbeamtin Uta Möller, „jetzt bin ich froh, dass wir uns für ihn entschieden haben." Denn nun hat Steinhagen ein wirklich außergewöhnliches Trauzimmer, um nicht zu sagen: ein echtes Trau m zimmer. Über dem Tisch, an dem das Brautpaar und die Standesbeamtin Platz nehmen, schwebt ein dreidimensionales Deckenprofil des französischen Designstudios Ronan und Erwan Bouroullec. Das Gebilde, das auch als Kunstinstallation durchgehen könnte, stellt einen Wolkenhimmel dar, sorgt für mehr Helligkeit in dem Raum und dämpft die Akustik.

Leuchtende Zylinderhüte und Schleier vorm Fenster

Aus dem Himmel fallen drei Zylinderhüte, in denen sich die Lampen befinden. „Sie stehen für den Bräutigam, während die neuen Gardinen den Schleier der Braut symbolisieren", erklärt Innenarchitektin Janine Ostermann. Das Türkisblau der Decke findet sich in den Veloursbezügen der Bänke und Stühle wieder. Die Standesbeamten sitzen künftig an einem ultramodernen Tisch, der aus einem Betonklotz und einer Holzplatte besteht. Neue Technik gab’s auch. Das Trauzimmer ist jetzt klimatisiert.

Vier Wochen brauchten die Handwerker, um aus dem einstigen dunklen Raum mit Holzdecke die moderne Ja-ich-will-Kulisse zu bauen. „Den Termin im Februar hatten wir bewusst gewählt, weil in diesem Monat erfahrungsgemäß selten geheiratet wird", erklärt Bürgermeister Klaus Besser. Währen der Umbauphase hatte er für einen Hochzeitstermin sein Bürgermeisterbüro als Ausweichlocation zur Verfügung gestellt.

Steinhagens Standesbeamtinnen Martina Hartsieker und Uta Möller freuen sich über die himmlischen Rahmenbedingungen, unter denen sie jetzt Verliebte zu Ehepartnern machen. Am Montag geht’s los. Dann heiratet das erste Paar unter Wolke 7. Ordnungsamtsleiterin Ellen Strothenke weist darauf hin, dass sich natürlich auch Paare, die nicht aus Steinhagen kommen, hier das Ja-Wort geben dürfen.

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