Ekelfund in der Patthorst

Frank Jasper

Kein Stofftier: Das tote Lamm liegt auf den Säcken mit Schlachtabfällen. - © Christoph König
Kein Stofftier: Das tote Lamm liegt auf den Säcken mit Schlachtabfällen. (© Christoph König)

Steinhagen. Erst dachte Christoph König am Montag im Vorbeifahren, dass es sich um ein Stofftier handelte, das da am Wegesrand lag. Als er anhielt und genauer hinsah, musste er feststellen, dass es ein totes Lamm war. Das Tier lag auf einem von sechs Säcken, in denen sich weitere Tierkadaver und Schlachtabfälle befanden. Nicht der erste Gruselfund an der Stelle. „Bereits im vergangenem Sommer bin ich auf zwei Tüten voll mit Schlachtabfällen in der Nähe vom Schloss Patthorst gestoßen", berichtet König.

Mitarbeiter des Bauhofs haben die Tierkadaver inzwischen beseitigt und entsorgt. „Das war keine angenehme Aufgabe", teilte Ordnungsamtsleiterin Ellen Strothenke gestern auf HK-Nachfrage mit. Man habe den Inhalt der Säcke nicht einzeln auseinandergenommen; ein flüchtiger Blick habe ausgereicht, um festzustellen, dass sich in den Säcken Schlachtabfälle befanden.

Weil es sich bei dem Waldstück um ein Privatgrundstück handele, sei das Ordnungsamt streng genommen gar nicht zuständig gewesen. Aber weil Eile geboten war, handelte die Gemeinde sofort. „Aktuell friert es. Bei Temperaturen über null Grad fangen die toten Tiere an zu stinken, und locken Aasfresser an", gibt die Ordnungsamtsleiterin zu bedenken. So wie vergangene Woche. Da sei bereits ein geschlachtetes Schaf in der Patthorst gefunden worden. Gleichwohl geht man im Ordnungsamt von Einzelfällen aus. Laut Abfallberaterin Anke Ulonska werden dem Rathaus ein bis zwei Mal im Jahr derartige Funde gemeldet.

Möglicherweise Reste einer Schächtung?

Wie Polizeisprecherin Katharina Felsch mitteilt, handelt es sich dabei um eine illegale Entsorgung von Tierkadavern, die im Tierkörperbeseitigungsgesetz geregelt sei, und damit um eine Ordnungswidrigkeit. Wer Angaben zu dem aktuellen Fall machen kann, wird gebeten, sich unter Tel. (0 52 41) 86 90 bei der Polizei zu melden. Laut Christoph König sollen Anwohner ein verdächtiges Fahrzeug an der Patthorster Straße beobachtet haben, aus dem Säcke ausgepackt wurden.

Über die Hintergründe des aktuellen Funds kann nur spekuliert werden. Professionelle Schlachter wissen, wie sie ihre Tierkadaver entsorgen müssen. Sorgen bereiten zunehmend illegale Schlachtungen. So etwa das rituelle Töten von Schafen unter Einhaltung islamischer Vorschriften, Schächten genannt. Dabei wird den Tiere ohne vorherige Betäubung ein Schnitt in den Hals gesetzt über den sie ausbluten. In Deutschland ist das verboten. Ausnahmeregelungen sind nur sehr schwer zu bekommen. Illegal entsorgte Schlachtabfälle von Schafen zeugen allerdings regelmäßig davon, dass illegale Schächtungen privat durchgeführt werden.

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