SteinhagenWas wird aus dem Hof Detert ohne Wahl & Co.?

Neuer Ansatz im Bauausschuss: SPD-Fraktion will alten Bürgerantrag überarbeiten

Jonas Damme

Was kommt jetzt? Rund 30 ha groß wird das Gewerbegebiet um den Hof Detert. - © Jonas Damme, HK
Was kommt jetzt? Rund 30 ha groß wird das Gewerbegebiet um den Hof Detert. © Jonas Damme, HK

Steinhagen. Kurz blitzte am Dienstagabend im Bauausschuss noch einmal der alte Wahl-&-Co.-Streit auf. Nachdem die Bielefelder Spedition im Bürgerentscheid abgelehnt worden war, war jetzt ein Bürgerantrag auf die Tagesordnung gehoben worden, der die Forderung eines Bebauungsplanes für den Hof Detert fordert.

Während das Bürgerbegehren lief, hatten die Ehepaar Moritz, Hornberg, Hillebrecht und Paula Tatje in ihrem Antrag gefordert, die damals gültige Ratsentscheidung „konsequent" umzusetzen und die Hoffläche „möglichst schnell" zu überplanen. Außerdem sollte für dieses Baugebiet auch ohne die Spedition die rechtliche Möglichkeit eines „beschleunigten Verfahrens" in Betracht gezogen werden. So sollte laut dem Antrag „für hiesige und interessierte Betriebe mit umweltfreundlicher Produktion" Platz geschaffen werden. Im Juni hatte man den Antrag wegen des laufenden Begehrens von der Tagesordnung genommen.

Im Beschlussvorschlag geht die Verwaltung heute davon aus, dass der Versuch der Aufstellung eines Bebauungsplanes gegenwärtig erfolglos wäre. Noch sind die Wiesen um den Hof an der Autobahntrasse landwirtschaftliche Bereiche. Da die Flächen noch nicht entsprechend ausgewiesen sind, würde die Landesregierung eine Überplanung als Gewerbe- oder Industriegebiet gegenwärtig wohl ablehnen. Entsprechend müsse man abwarten, bis die laufende Überarbeitung des übergeordneten Landesentwicklungsplanes abgeschlossen ist. Auch für ein beschleunigtes Verfahren sieht die Gemeindeverwaltung keine Chancen. Wer nun aber erwartet hatte, dass der Bürgerantrag in der Folge scheitern würde, hatte sich geirrt. Hildegard Fuest beantragte für die SPD-Fraktion, den Antrag nicht einfach abzulehnen, sondern ihn entsprechend dessen, was daran sinnvoll erscheint, abzuändern. Statt schon einen Bebauungsplan aufzustellen, solle man erst mal ein „Fachbüro" mit einer „Machbarkeitsstudie" beauftragen.

Machbarkeitsstudie könnte Möglichkeiten ausloten

„Wir müssen uns fragen, was für Steinhagen notwendig ist", sagte Fuest. Und zwar sowohl „ökologisch" als auch „wirtschaftlich".

Diesem Vorschlag sagte auch Christiane Manthey von den Grünen ihre Unterstützung zu. „Ein Fachplaner kann uns sehr weiterhelfen. Die Frage ist ja: Wollen wir dort einen Allgemeinen Siedlungsbereich oder Gewerbe und Industrie", sagte sie. Im »Allgemeinen Siedlungsbereich« wäre nur wohnverträgliches Gewerbe, aber keine größere Industrie zulässig. Auch eine Aufteilung der 30-Hektar-Fläche könne sie sich vorstellen.

Von Seiten der CDU-Fraktion hatte man bis zu diesen Eröffnungen offensichtlich eher damit gerechnet, dass der Antrag, wie es die Verwaltung empfahl, abgelehnt würde. Deshalb sagte Gerhard Goldbecker nun, dass seine CDU-Fraktion sich nun erst mal besprechen müsse. Fraktionschef Herbert Mikoteit bat darum, den Tagesordnungspunkt erst einmal abzusetzen. Entsprechend soll nun am 29. November im Rahmen der Haushaltsplanberatungen darüber entschieden werden, ob für einen Fachplaner Geld eingeplant wird.

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