Fahrrad statt Elterntaxi

Grundschüler sollen wieder mehr Fahrradfahren: Lehrer aus dem ganzen Kreisgebiet belegten ein Seminar

Jonas Damme

Als erstes Bremsen testen: Dr. Achim Schmidt vn der Deutschen Sporthochschule übt mit den Viertklässlern der Grundschule Brockhagen das sichere Radfahren, während die Lehrer aus dem ganzen Kreisgebiet zusehen und lernen. - © Jonas Damme, HK
Als erstes Bremsen testen: Dr. Achim Schmidt vn der Deutschen Sporthochschule übt mit den Viertklässlern der Grundschule Brockhagen das sichere Radfahren, während die Lehrer aus dem ganzen Kreisgebiet zusehen und lernen. (© Jonas Damme, HK)

Steinhagen-Brockhagen. „Die Lehrer sollen lernen, die Schüler besser zu schulen", bringt es Henning Korte von der Kreisverwaltung auf den Punkt. Er hatte erstmals alle Grundschulen angeschrieben, um Lehrer für eine besondere Schulung zu gewinnen. Dr. Achim Schmidt von der Deutschen Sporthochschule Köln war deshalb gestern an der Grundschule Brockhagen zu Gast. Elf Lehrer von elf Grundschulen lernten dort, wie sie ihren Schützlingen effektiver das sichere Radfahren im Straßenverkehr vermitteln.

Grundsätzlich fordert Schmidt zwei Verbesserungen beim Radfahrunterricht. Empfehlenswert sei, früher als bisher anzufangen. Gegenwärtig üben die Kinder mit ihren Lehrern das Radfahren im Straßenverkehr samt Radfahrprüfung in der dritten oder vierten Klasse. „Früher anzufangen wäre sinnvoll", erklärt Henning Korte, was Sportwissenschaftler Schmidt den Lehrern bereits im morgendlichen, theoretischen Teil des Seminartages vermittelt hatte. „Auch der Lehrplan würde Radfahrunterricht schon ab der ersten Klasse zulassen."

So könne man der zunehmenden Unsicherheit von Kindern auf dem Fahrrad im Straßenverkehr entgegenwirken. Weiterhin habe das frühe Radfahren natürlich mehrere positive Nebenwirkungen: Die Kinder würden sich mehr (sportlich) bewegen und trainierten ihr Orientierungsvermögen.

Außerdem verursachen Autos vor der Schule und auf dem Weg nicht unerhebliche Mengen Abgase, die nicht sein müssten. Abgesehen vom Zeitpunkt hatte Dr. Achim Schmidt noch Anregungen bezüglich der Umsetzung der Radfahrausbildung. So sei die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern hilfreich, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) könne beispielsweise unterstützen, aber auch die Schüler mit den örtlichen Fahrradhändlern beziehungsweise -werkstätten vertraut zu machen, sei gut für das Selbstverständnis als Radfahrer.

Nach den Kindern mussten auch die Lehrer selbst aufs Rad. So sollten sie die Übungen, die der Sportwissenschaftler ausgearbeitet hat, besser in Erinnerung behalten. Eine Online-Plattform mit Lehrmaterialien ist ebenfalls eingerichtet. Das Gelernte sollen die Pädagogen nun an ihre Schulen und in ihre Kommunen tragen, um dort die Radfahrausbildung zu erneuern und im Idealfall noch mehr Eltern zu motivieren, ihre Kinder allein zu Schule zu schicken.

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