Auf die Belcanto-Chöre ist Verlass

Konzert in der Dorfkirche Steinhagen

1184ÿSVEN HAUHART

Zusammenspiel der Stimmen: Die Akustik des Kirchenschiffs kam immer dann besonders gut zur Geltung, wenn der Männer- und der Kammerchor Belcanto zusammen sangen. - © Foto: Sven Hauhart
Zusammenspiel der Stimmen: Die Akustik des Kirchenschiffs kam immer dann besonders gut zur Geltung, wenn der Männer- und der Kammerchor Belcanto zusammen sangen. (© Foto: Sven Hauhart)

Steinhagen. Männer- und Kammerchor haben  bei ihrem jährlichen Konzert zur Weihnachtszeit ein facettenreiches Programm geboten. Gesang, Geschichten und Violinensoli sorgten am vierten Advent für Kurzweil.

Die frühlingshaften Temperaturen lassen ja nicht unbedingt erahnen, dass Heiligabend kurz bevorsteht. Vom Aufkommen weihnachtlicher Gefühle ganz zu Schweigen. So unzuverlässig sich Petrus dieser Tage auch gibt, wenigstens auf eines ist seit Jahren Verlass: Immer am vierten Advent stimmen die Belcanto-Chöre auf die Feiertage ein. Dass dieses Konzert unter der Leitung von Michael Lehmann zu den kulturellen Höhepunkten im Jahr zählt, bewiesen die voll besetzten Reihen in der Dorfkirche. Einmal mehr wurde das Publikum nicht enttäuscht. Die Chöre luden zu einem facettenreichen Streifzug durch die Welt der internationalen Weihnachtslieder ein.

Ein erwartbares Programm. Gewiss. Doch Erwartbarkeit in nicht nur meteorologisch unsicheren Zeiten ist an sich schon ein hohes Gut. Dieses erfährt zusätzliche Aufwertung, wenn es qualitativ zu überzeugen weiß. Und das tat es. Ohne Zweifel. Beide Chöre nutzten die akustischen Möglichkeiten, die ein Kirchenschiff bietet, eindrucksvoll aus. Ob beim altslawischen »Otsche Nasch«, beim englischen »An Irish Blessing« oder bei Beethovens »Hymne an die Nacht« – dem Publikum wurde durchweg hohes stimmliches Niveau geboten. Aus welchem einzelne Vorträge noch einmal deutlich hervorstachen.

Markante Stimme: Mike Kölkebeck trug zwei weihnachtliche Geschichten im besonders wohlklingenden sonoren Bassbereich vor. - © Foto: Sven Hauhart
Markante Stimme: Mike Kölkebeck trug zwei weihnachtliche Geschichten im besonders wohlklingenden sonoren Bassbereich vor. (© Foto: Sven Hauhart)

In vielen Erinnerungen der Besucher dürfte wohl die Interpretation von »Es ist ein Ros entsprungen« geblieben sein. Das perfekt aufeinander abgestimmte Zusammenspiel von Männer- und Kammerchor wusste zu begeistern: Während die Männer mit der deutschen Version des aus dem 16. Jahrhundert stammenden kirchlichen Weihnachtsliedes begannen, schlossen die Frauen eine Strophe mit glockenklarem Klang auf Englisch an. Der Kontrast der beiden Sprachen und der unterschiedlichen Stimmlagen störte dabei nicht, sondern ergab – ganz im Gegenteil – ein wunderbares harmonisches Gesamtbild.

Ein weiterer Höhepunkt war das traditionelle Solo von Chorleiter Michael Lehmann. Sein Vortrag des klassischen Liedes »Jerusalem« war wie in jedem Jahr aufs Neue beeindruckend. Instrumentale Soloauftritte junger Künstler gehören ebenfalls zum festen Ablauf des Konzertes. Begleitet von Eiko Rulla am Klavier bereicherte diesmal Jan Philip Lehmann das Programm mit filigranem Violinenspiel aus der Feder von Georg Friedrich Händel.

Eine Bereicherung stellte ohne Frage auch Mike Kölkebeck dar. Er überzeugte zwar nicht als Sänger, dennoch beeindruckte er durch seine Stimme: Der Radiomoderator verlieh zwei weihnachtlichen Geschichten mit seinem sonoren Bass das passende Flair.

Auf das Wetter mag dieser Tage kein Verlass mehr sein. Auf die Belcanto-Chöre hingegen schon. Und so konnten sich die Besucher nach dem gemeinsam mit den Ensembles gesungenen Schlussliedes »O du fröhliche« sicher sein: Frühlingshafte 15 Grad hin oder her – Weihnachten kann kommen.

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