Orgel der Dorfkirche aufwendig saniert

Festkonzert am Sonntag, 20. September

Frank Jasper

Zufrieden mit dem Ergebnis: Orgelbauer Mathias Johannmeier und Kantorin Annette Petrick können den Unterschied hören. Nachdem die Orgel von Staub und Schimmel befreit wurde, hat sie einen neuen, sauberen Klang. - © Foto: Frank Jasper
Zufrieden mit dem Ergebnis: Orgelbauer Mathias Johannmeier und Kantorin Annette Petrick können den Unterschied hören. Nachdem die Orgel von Staub und Schimmel befreit wurde, hat sie einen neuen, sauberen Klang. (© Foto: Frank Jasper)

Steinhagen. Nach achtwöchiger Sanierung, erklingt die Orgel in der Dorfkirche in neuer Tonbrillanz. „Ja, man kann den Unterschied zu vorher tatsächlich hören. Der Klang ist frischer. Der Muff ist raus“, stellt Kantorin Annette Petrick fröhlich fest. Wer sich selber überzeugen möchte, geht dieses Wochenende in die Kirche. Oder hört sich auf der Haller-Kreisblatt -Internetseite eine kleine Kostprobe an.

Nachdem die letzte Wartung der Alfred-Führer-Orgel bereits 20 Jahre zurücklag, war eine Sanierung dringend nötig. 1500 Holz- und Metallpfeifen wurden einzeln ausgebaut und gereinigt, außerdem Lederbauteile komplett ausgetauscht. Dazu gehört auch ein neues lederbezogenes Notenpult. Orgelbauer Mathias Johannmeier und sein Kollege Joachim Franke hatten in dem Instrument (Baujahr 1965) Schimmel festgestellt. Neben den klanglichen Problemen, die Staub und Co. für die Orgel bedeuten, ging damit auch eine Gesundheitsgefahr einher.

„In jeder zweiten Kirchenorgel gibt es Schimmelbefall“, sagt Johannmeier. Das Raumklima in den meisten Gotteshäusern begünstige die Schimmelbildung. Damit es in der Steinhagener Orgel erst gar nicht mehr so weit kommt, wurde in der Orgel ein Ventilator eingesetzt, der sich künftig mittels einer Zeitschaltuhr automatisch in Bewegung setzt und für eine Luftzirkulation im Inneren des Instruments sorgt.

Annette Petrick spielt »Toccata in d-moll« von Johann Sebastian Bach

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Titel: Orgel Dorfkirche Steinhagen

Auwendig restauriert: Nach achtwöchiger Sanierung erklingt die Orgel in der Dorfkirche in neuer Tonbrillanz.

Neben den aufwendigen Säuberungsmaßnahmen hat Mathias Johannmeier einige Register der Orgel verändert und so das Klangspektrum bereichert. Kantorin Annette Petrick hat an ihrem Arbeitsplatz also künftig noch mehr kreativen Spielraum.

Orgel hat gute Grundsubstanz

Johannmeier attestiert der Steinhagener Orgel eine „gute Grundsubstanz“ und fügt hinzu: „Führer, die es inzwischen nicht mehr gibt, war eine sehr gute Firma.“ Die Orgel sei absolut solide und gute Handwerksarbeit. Die neuerliche Investition dürfte sich somit gelohnt haben.

Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf etwa 28.000 Euro. „Davon können wir 13.000 Euro aus Spenden finanzieren“, freut sich Pfarrer Ulrich Potz über die große Unterstützung aus der evangelischen Kirchengemeinde.

Mit einem großen Festkonzert sollen die sanierte Orgel und das 140-jährige Bestehen des Posaunenchors Steinhagen (das HK berichtete) am Sonntag, 20. September, gefeiert werden. Das Konzert, das um 17 Uhr beginnt, ist passenderweise mit dem Titel »Orgel im frischen Klang« überschrieben. Während Hauke Ehlers, Kantor in Jöllenbeck, an der Orgel Platz nimmt, wird Annette Petrick den Posaunenchor und die Jungbläser dirigieren. Zu hören sein werden Werke von Bach, Schütz, Haydn und Schloemann.

Nächste Reinigung in spätestens 20 Jahren

„Ein Höhepunkt wird das Zusammenspiel von Posaunenchor und Orgel sein“, blickt Annette Petrick dem Ereignis freudig entgegen. Der Eintritt ist frei. Die Besucher können im Anschluss an einer Orgelführung teilnehmen, bei der Mathias Johannmeier einen Einblick in seine Arbeit geben wird. Außerdem kann die Ausstellung »140 Jahre Posaunenchor Steinhagen« im Eingangsbereich der Dorfkirche besichtigt werden.

Damit die Steinhagener Orgel ihren frischen Klang möglichst lange behält, wird sie alle zwei Jahre gewartet und gestimmt. Die nächste große Reinigungsaktion steht dann in spätestens 20 Jahren an.

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