Nahaufnahme: Reality-TV - Trash oder Bereicherung?

Studien: Schon mehrere Forscher haben sich mit den Shows und Serien beschäftigt

Jonas Damme

Es gibt durchaus belastbare Hinweise darauf, dass Reality-TV wertvoll sein kann. - © Pixabay.com
Es gibt durchaus belastbare Hinweise darauf, dass Reality-TV wertvoll sein kann. (© Pixabay.com)

Altkreis Halle. Solange es sie gibt, stehen Reality-TV-Sendungen in der Kritik. In den 90ern waren Talkshows mit Laiendarstellern und überzogene Dokus über mittellose Familien als »Trash-TV« und Prekariatsfernsehen verschrien, mittlerweile scheinen Germany’s Next Topmodel und Co. in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein. Aber auch Heidi Klum und ihre Kollegen müssen sich regelmäßig Kritik gefallen lassen. Zu Recht?

Es gibt durchaus belastbare Hinweise darauf, dass Reality-TV wertvoll sein kann. Filmwissenschaftler Keyvan Sarkhosh vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik fand heraus, dass Spaß am »Trash« oft ein Zeichen für Intelligenz ist – weil es zeigt, dass man fähig ist zur (Selbst-)Ironie. Andere Studien verweisen außerdem darauf, dass Shows wie Big Brother oder »Ich bin ein Star ...« besonders oft für gemeinschaftliche TV-Events genutzt werden.

Amerikanische Unis erforschen das Reality-TV sogar schon deutlich länger als deutsche. So wollen Wissenschaftler der Universität Wisconsin-Madison herausgefunden haben, dass es uns zufrieden macht, wenn wir Menschen sehen, die in ihrem Leben schlechter zurechtkommen. Nach einer Studie der American Psychological Association fördert Reality-TV allerdings auch nachweislich den Hang zum Narzissmus.

Wichtig ist aber vor allem, da sind sich die meisten Medienwissenschaftler heute einig, die »Medienkompetenz«: Nur wer versteht, dass da eben nicht die ungefilterte Realität dargestellt wird, weiß wirklich, worauf er sich einlässt.

Worum geht's?

Als Reality-TV oder Reality-Shows bezeichnet man Genres, in denen vorgeblich oder tatsächlich versucht wird, die Wirklichkeit abzubilden. Auch solche Sendungen folgen oft einem Drehbuch. Erste TV-Talentshows entstanden in den USA schon in den 1950er Jahren, (pseudo-)dokumentarische Reihen Ende der 80er.

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