ZufriedenGute Bilanz trotz Corona: Die Miete bleibt in Halle stabil

Die KWG präsentiert ihre aktuellen Zahlen und ist zufrieden. Dennoch konnten zwei Objekte noch nicht realisiert werden.

Uwe Pollmeier

Gute Nachrichten für viele Mieter in Halle: Die Mietkosten steigen nicht. - © CC0 Pixabay
Gute Nachrichten für viele Mieter in Halle: Die Mietkosten steigen nicht. © CC0 Pixabay

Halle. "Das Jahr ist sehr gut verlaufen, Corona hat sich bei uns nicht ausgewirkt", zieht Sven Eisele eine positive Bilanz. Der Vorstand der Kreiswohnstättengenossenschaft (KWG) bestätigt beim Pressegespräch im Landhotel Jäckel aber auch, dass aufgrund des Material- und Handwerkermangels einige Arbeiten noch nicht erledigt werden konnten. Dennoch wurden für Instandhaltung, Modernisierung und Neubau rund 4,7 Millionen Euro investiert, im Vorjahr hatte die Summe 3,5 Millionen Euro betragen. Der Bilanzgewinn lag im Geschäftsjahr 2021 bei 1,05 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr wurden die Häuser Ackerstraße 10 und 12 in Versmold mit insgesamt zwölf Wohnungen vollumfänglich energetisch modernisiert. Erstmals wurden dabei Wärmepumpen im Altbestand eingesetzt. Mit den Bauarbeiten für den Neubau Finkenstraße13 In Steinhagen mit zwölf öffentlich geförderten Wohnungen wurde ebenfalls im vergangnen Jahr begonnen. Der Neubau ist mittlerweile fertig gestellt und sämtliche Wohnungen sind zum 1. Oktober vermietet worden.

Ebenfalls begonnen wurde mit den Bauarbeiten am Haus Sandkamp 20 In Halle. Dort entstehen eine Tagespflegestation und sechs frei finanzierte Mietwohnungen. Die Fertigstellung ist für den 1. April 2023 vorgesehen. Das geplante Zwölf-Familienhaus am Sandkamp, direkt an der früheren B68 gelegen, muss hingegen noch etwas warten, ebenso ein weiteres Elf-Parteien-Haus an der Steinhagener Finkenstraße. "Diese beiden Projekte haben wir erst einmal zurückgestellt", sagte Eisele. Man habe für die beiden Häuser mit geschätzten Kosten von rund sechs Millionen Euro neue Ausschreibung rausgeschickt und hoffe nun auf "vernünftige Preise, damit wir kalkulieren können". Wenn es klappt, werde man damit im kommenden Jahr starten. "Wir versuchen zunächst das anzugehen, was uns wichtig ist", sagt Eisele.

Letztlich sind Mieter für Verbrauch verantwortlich

Dirk Speckmann (v.l.), Sven Eisele, Klemens Keller, Elke-Maria Hardieck, Hartwig Mathmann und Henning Bauer im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung der Kreiswohnstättengenossenschaft (KWG). - © Uwe Pollmeier
Dirk Speckmann (v.l.), Sven Eisele, Klemens Keller, Elke-Maria Hardieck, Hartwig Mathmann und Henning Bauer im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung der Kreiswohnstättengenossenschaft (KWG). (© Uwe Pollmeier)

Die Mietpreise konnte man trotz der "herausfordernden Zeiten" stabil halten. "Unser durchschnittlicher Mietpreis liegt weiterhin bei 5,10 Euro pro Quadratmeter. Bei Neubauten liegt er bei 8 Euro", sagt Eisele. Bezüglich der zu erwartenden Nebenkostenabrechnungen sagte Eisele, dass man die Mieter stets darauf hingewiesen hätte. "Wir sind an die Preise der Energieanbieter gebunden", sagte Eisele. Man habe durch Sanierungen die Voraussetzungen für geringere Energieverbrauche geschaffen, aber letztlich sei jeder Mieter selbst für seinen Verbrauch verantwortlich. "80 bis 90 Prozent der Objekte sind energetisch saniert", ergänzte das neue Aufsichtsratsmitglied Dirk Speckmann.

Die Nachfrage nach preiswertem Wohnraum sei ungebrochen. "Wir haben Bedarf, aber ich kann keine konkreten Zahlen nennen", sagte Eisele. Zwar stünden auf der Warteliste gut 500 Namen, allerdings hätten sich viele nicht abgemeldet, die mittlerweile längst eine Wohnung gefunden haben. "Zudem stellen wir fest, dass wieder vermehrt große Wohnungen mit vier bis fünf Zimmern nachgefragt werden."

Auf der Mitgliederversammlung Mitte Oktober wurden zwei langjährige Mitglieder verabschiedet. Borgholzhausens Ex-Bürgermeister Klemens Keller verlässt nach 30 Jahren den Aufsichtsrat, Ex-Sparkassenvorstand Hartwig Mathmann zieht sich nach 28 Jahren zurück. Ihre Nachfolger sind Piums Bürgermeister Dirk Speckmann sowie Henning Bauer, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Halle.

Langjährige Aufsichtsratsmitglieder verabschieden sich

"Für mich ist es das Jahr der Abschiede", sagte Mathmann. Er freue sich, dass die KWG Wohnraum zu akzeptablen Preisen anbieten kann. "Die KWG ist gut aufgestellt, und die Objekte sind in einem guten Zustand", sagte Mathmann. "Mir hat die Arbeit immer Spaß gemacht", äußerte sich Klemens Keller. Man habe stets zeitgemäß saniert, und alle Mitarbeiter hätten tolle Jobs gemacht.

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