HalleÜberblick: Mittlerweile verzichtet eine Mehrheit auf das Tragen von Masken

Nach dem Wegfall der Mundschutzpflicht im April blieb der Anteil von FFP 2-Trägern in Supermärkten, Schulen und Banken hoch. Nun scheint sich das Blatt zu wenden.

Uwe Pollmeier

Die Maskenpflicht gilt seit dem 3. April nicht mehr. Anfangs machten viele weiter, mittlerweile kehrt Lockerheit ein. - © Heiko Kaiser
Die Maskenpflicht gilt seit dem 3. April nicht mehr. Anfangs machten viele weiter, mittlerweile kehrt Lockerheit ein. © Heiko Kaiser

Halle. Seit Anfang April gilt in NRW nur noch in Bussen und Bahnen sowie in Arztpraxen, Krankenhäusern und Seniorenheimen eine Maskenpflicht. In den Supermärkten bildeten die Maskenträger jedoch zunächst weiterhin die deutlich größere Gruppe, oben ohne war die Ausnahme. Das Blatt hat sich jedoch in den vergangenen Wochen gewendet. Inzwischen sind die Maskenträger wohl eine Minderheit.

„Mittlerweile tragen die meisten Kunden keine Masken mehr. Vor wenigen Wochen war das noch ganz anders", sagt Steffen Weinreich, Marktleiter im Marktkauf Speicher. Anfangs habe sich das Personal dem Kundenverhalten angepasst und ebenfalls zunächst weiterhin Maske getragen. „Es ist ja grundsätzlich freigestellt, ob man bei uns Maske trägt oder nicht", erklärt Weinreich. Man habe nie vom Hausrecht Gebrauch gemacht und direkt mit Inkrafttreten der Coronaschutzverordnung vom 3. April auf die Pflicht verzichtet.

Bestimmte Mindestanforderungen zum Infektionsschutz gelten auch nach Ende der Homeofficepflicht weiter: Etwa Maskenpflicht und Abstandsregeln, da wo es nötig ist. - © Kay Nietfeld/dpa/dpa-tmn
Bestimmte Mindestanforderungen zum Infektionsschutz gelten auch nach Ende der Homeofficepflicht weiter: Etwa Maskenpflicht und Abstandsregeln, da wo es nötig ist. (© Kay Nietfeld/dpa/dpa-tmn)

Beschwerden habe es seit dem Wegfall der Maskenpflicht keine einzige gegeben, ergänzt Oliver Speicher. Der Übergang habe reibungslos und mit gegenseitigem Verständnis funktioniert. Er selbst sei kürzlich in Norditalien unterwegs gewesen und habe festgestellt, dass dort „fast kein Mensch mehr eine Maske trägt".

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„Auch wir stellen fest, dass Maske tragen rückläufiger wird", sagt Petra Maschkötter, Pressesprecherin der Volksbank Halle. Das aktuelle Hygienekonzept des Kreditinstituts beinhalte keine Maskenpflicht, allerdings empfehle man Mitarbeitenden sowie Kundinnen und Kunden das Tragen einer Maske. „In unserer Volksbank sorgen Lüftungsanlagen für regelmäßigen Luftaustausch und Spuckschutzwände nach wie vor für ein gutes Gefühl in Gesprächen", sagt Maschkötter.

Im Kreishaus an der Herzebrocker Straße in Gütersloh gilt aktuell auch weiterhin noch eine Maskenpflicht. Grundsätzlich sind die Türen offen, aber viele Abteilungen sind bei der Terminvereinbarung geblieben", sagt Sprecher Jan Focken. Das aufgrund der Pandemie eingeführte System habe sich in vielen Bereichen als sinnvoll erwiesen.

Anders als im Kreishaus können Besucher des Haller Rathauses seit einigen Tagen die Maske zuhause lassen. „Das Rathaus hat sich bei der Regelung der Maskenpflicht stets an der Coronaschutzverordnung und den darin geltenden Regelungen für den Handel orientiert. Nachdem die Pflicht dort schon länger einer Freiwilligkeit gewichen ist, haben wir diese Regelung für die Rathäuser und das Bürgerbüro seit dem vergangenen Mittwoch übernommen", erklärt Sprecher Timo Klack. Allerdings weise man darauf hin, dass Masken schützten.

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Offenbar am besten an das Tragen von Masken gewöhnt haben sich wohl die Schülerinnen und Schüler. Auch dort ist die Pflicht seit der letzten Woche vor den Osterferien Geschichte, aber die Gewohnheit hat sich wohl in die Köpfe vieler Schülerinnen und Schüler eingebrannt. „Im Freien wird wenig Maske getragen, aber im Schulhaus variiert die Zahl der Maskenträger zwischen 30 und 90 Prozent, sagt Markus Spindler, Leiter des Kreisgymnasiums Halle. Dies sei abhängig von der Klasse und oftmals auch vom Alter der Kinder und Jugendlichen. „Beim Kollegium trägt eine größere Anzahl noch Mundschutz, ich denke, der Anteil liegt bei etwa 80 Prozent", sagt Spindler.

Dieter Büsselberg, Vorsitzender der Haller Interessen- und Werbegemeinschaft (HIW) hat ebenfalls die Beobachtung gemacht, dass sich die Einstellung bei den Menschen offenbar in den vergangenen Wochen etwas verändert hat. Möglicherweise spielten auch die Osterferien eine Rolle, in der viele im Auslandsurlaub Kontakt zu lockereren Maßnahmen hatten, als man sie zu der Zeit in Deutschland gewohnt war. „Bei den Kunden ist festzustellen, dass das Tragen von Masken seit drei, vier Wochen nachlässt", sagt Büsselberg. Er schätzt, dass etwa die Hälfte der Kunden ohne Maske unterwegs sei. In einigen Geschäften seien die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jedoch angehalten, durchgehend Maske zu tragen. Andere schrieben es im Bedarfsfall vor, etwa wenn das Kundenaufkommen hoch ist oder bei direktem Kundenkontakt.

„In der Sparkassen-Passage und im Kundenservice besteht zwar keine Maskenpflicht mehr, wir freuen uns aber, wenn unsere Kundinnen und Kunden zum eigenen und dem Schutz anderer weiterhin eine Maske tragen", sagt Heidi Kirsch, Pressesprecherin der Kreissparkasse Halle. Viele kämen diesem Wunsch nach, man merke aber auch, dass die Zahl der Menschen ohne Maske ansteige. In Beratungsgesprächen bitte man die Kunden, weiterhin eine Maske zu tragen. Intern halte man bis auf Weiteres an der Maskenpflicht fest. Die sei der ausdrückliche Wunsch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Änderungen der Regelungen seien aktuell nicht geplant, man behalte die Corona-Situation jedoch stets im Auge.

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