GüterslohGegen den Willen der Bürgermeister: Kreis-Schulen bekommen Luftfilter

Die Anschaffung der mobilen Filter wurde bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung dann doch vom Kreistag gebilligt. Die Kreisverwaltung will nun prüfen, ob die mobilen Filter zunächst vielleicht zu leihen sind.

Anja Hustert

Über die Anschaffung von mobilen Luftfiltern gab es Diskussionen im Kreistag. - © picture alliance/dpa/Symbolbild
Über die Anschaffung von mobilen Luftfiltern gab es Diskussionen im Kreistag. © picture alliance/dpa/Symbolbild

Gütersloh. Plötzlich war es mit der Einigkeit vorbei: Hatten sich im Kreisausschuss noch alle Fraktionen dafür ausgesprochen, dass der Kreis Gütersloh als Schulträger für 35 Klassenräume mobile Luftfiltergeräte anschafft, so stellte die CDU im Kreistag kurzfristig ihr Votum in Frage.

Der Bund gewährt zum Coronaschutz Fördermittel für mobile Luftfiltergeräte in Unterrichtsräumen für Kinder unter zwölf Jahren, sofern diese nicht ausreichend gelüftet werden können. Die meisten Schulen in Trägerschaft des Kreises Gütersloh unterrichten ältere Schüler, etwa an Berufskollegs. Besonders im Fokus standen daher die Förderschulen, die PAB-Gesamtschule und das Kreisgymnasium in Halle. Dabei stellte man fest, dass in 35 Räumen unter anderem in der Michaelisschule und der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule die Öffnungsfläche im Verhältnis zu der Größe des Raumes nicht ganz ausreichend ist, um die Kriterien der Arbeitsstättenrichtlinien zu erfüllen.

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Entscheidung nach einer Sitzungsunterbrechung

Allerdings ist nicht ganz klar, ob auch Räume mit vertikal öffenbaren Fenstern vom Bund gefördert werden – das ist an der PAB der Fall. „Wir haben dazu eine Anfrage ans Ministerium gestellt, aber noch keine Antwort", sagte Kreiskämmerer Ingo Kleinebekel. Es könnte daher sein, dass für diese 14 Räume die Anschaffung aus Kreismitteln bezahlt werden müsste. Die Bürgermeister von Halle, Steinhagen, Versmold und Borgholzhausen, die aus ihren Kommunen Schüler an die PAB entsenden, haben sich gegen die Anschaffung der mobilen Luftfilter ausgesprochen. „Wenn die Bürgermeister der Kommunen das nicht für nötig halten – sie sind ja schließlich die Bezahler - , sollten wir dem nicht zustimmen", meinte Heinz-Josef Sökeland von der CDU.

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„Aber wir haben doch alle im Kreisausschuss gesagt, wir halten das für sinnvoll", wunderte sich Thorsten Baumgart von der FDP. „Und Schulträger sind wir", warf Thorsten Klute (SPD) ein. „Wenn wir das Votum der Bürgermeister einfach übergehen, dann dürfen wir sie auch gar nicht erst fragen", meinte die CDU-Fraktionsvorsitzende Helen Wiesner, die daraufhin eine Sitzungsunterbrechung beantragte. Nach einer Beratungspause sprach sie von einer „schwierigen Entscheidung". „Aber wir bleiben bei der Entscheidung aus dem Kreisausschuss." So wurde die Anschaffung der mobilen Filter bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung dann doch vom Kreistag gebilligt. Die Kreisverwaltung will nun prüfen, ob die mobilen Filter zunächst vielleicht zu leihen sind, um dann die Klassenräume später mit stationären raumlufttechnischen Anlagen auszustatten.

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