HalleFast wie vor Corona: Beim Haller Herbst konnten Besucher wieder bummeln

Beim Haller Herbst in der City herrschte eine tolle Stimmung. Die Veranstalter, die Standbetreiber, die Akteure in den Straßen und vor allem die Besucher genossen die neue Normalität in vollen Zügen.

Anke Schneider

Nach über einem Jahr Pause wegen Corona konnte Clown Theo zum erstern Mal wieder öffentlich auftreten. Er genoss den Kontakt mit den Kindern. Fotos: Anke Schneider - © Anke Schneider
Nach über einem Jahr Pause wegen Corona konnte Clown Theo zum erstern Mal wieder öffentlich auftreten. Er genoss den Kontakt mit den Kindern. Fotos: Anke Schneider © Anke Schneider

Halle. Es ist lange her, dass in Halles Innenstadt so viel los war. „Es war durchgehend voll", zeigte sich Sigrun Lohmeyer von der Haller Interessen-und Werbegemeinschaft (HIW) begeistert vom Zuspruch. Es sei zu spüren gewesen, dass die Menschen das Bummeln in der Stadt mit Marktflair und Rahmenprogramm vermisst haben. „Die Leute sind froh, dass wieder etwas los ist", sagte sie.

Etwas anders organisiert als sonst war der Haller Herbst allerdings schon. „Wir haben die Flohmarktstände am Samstag weiter auseinandergezogen und sie auch in den Straßen um den Kirchplatz herum verteilt", so Sigrun Lohmeyer weiter. Standbetreiber haben sich vorher anmelden müssen, was auch Vorteile hatte. „So gab es kein Rennen um den besten Platz. Die Plätze waren vorher zugewiesen worden."

Wolle auf vier Beinen

Katharina Pettkau von den Sandforther Spinnerinnen zeigt, wie früher Schafwolle zu Garn gesponnen wurde. - © Anke Schneider
Katharina Pettkau von den Sandforther Spinnerinnen zeigt, wie früher Schafwolle zu Garn gesponnen wurde. (© Anke Schneider)

Das Konzept hat sich auch am Sonntag bewährt. Von Brinkmann bis hoch zur B 68 war überall etwas los. Verzehrstände wechselten sich mit Verkaufsständen ab. Hier und da gab es verschiedene Aktionen. Wie zum Beispiel vor dem Geschäft „Wolle und mehr", wo die Sandforther Spinnerinnen zeigten, wie Wolle zu Garn verarbeitet wird.

Am Stand des Ascheloher Biohofes der Familie Schneider-Bekel konnte man die Wolle auf vier Beinen bewundern, und zwar an Skudden und rauwolligen pommerschen Landschafen. „Die Skudden sind eine alte, heute aber sehr seltene Schafrasse", erklärte Thomas Bekel den Gästen, die vor allem von den geschwungenen Hörnern beeindruckt waren.

Clown Theo und die Ravensberger Dieseljungs

Auch Wolfgang Kösters alias Clown Theo war wieder in seinem Element. Er ließ Kinder mit seinem Minifahrrad fahren, ließ sie Ringe werfen und Ratespiele spielen. „Über ein Jahr war ich nirgendwo", sagte er mit einem Unterton, der ahnen ließ, dass ihm zwischendurch die Decke auf den Kopf gefallen war. Es sei schön, sich wieder unters Volk zu mischen und seine Späße mit großen und kleinen Besuchern zu machen.

Noch sei die Auftragslage dünn, Veranstaltungen wie der Wurstträgermarkt in Versmold oder der Schweinemarkt in Brackwede seien abgesagt, so Kösters. „So ein Fest wie der Haller Herbst mit so toller Stimmung entschädigt aber schon mal für vieles."

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Vater und Sohn bestaunen die alte Technik der Traktoren, mit denen die Ravensberger Dieseljungs in die Stadt geknattert waren. - © Anke Schneider
Vater und Sohn bestaunen die alte Technik der Traktoren, mit denen die Ravensberger Dieseljungs in die Stadt geknattert waren. (© Anke Schneider)

Zum Haller Herbst gehörten auch die Ravensberger Dieseljungs, die mit ihren Oldtimer-Traktoren angereist waren, die Haller Stadtgesichter, die in historischer Verkleidung aus dem Leben von Haller Persönlichkeiten erzählten, die Theatergruppe Gartnisch, die lebende Schaufensterpuppen präsentierte und verschiedene musikalische Darbietungen, unter anderem von der Musikschule.

Nur der Biergarten fehlte

An den Verzehrstanden gab es Herzhaftes wie Pommes und Bratwurst, Flammkuchen und Crepes, aber auch Süßen wie zum Beispiel den Kuchen aus dem Café des Böckstiegel-Museums in Werther, der vom SC Halle verkauft wurde.

„Den großen Biergarten auf dem Ronchin-Platz konnten wir nicht aufbauen", bedauert Sigrun Lohmeyer. Die Daten aller Besucher zu erfassen sei kaum möglich. So wurden in der gesamten Innenstadt Strohballen als Sitzgelegenheit verteilt, die gut angenommen wurden. Am Sonntagabend lud die evangelische Kirchengemeinde zum „Anderen Gottesdienst Open Air" ein.

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