HalleWarum Inzidenz 0,0 nicht gleich null Fälle heißt

Das gab es schon viele Monate nicht mehr: In gleich drei Kommunen des Altkreises Halle beträgt die 7-Tage-Inzidenz des Corona-Virus 0,0. Eine tolle Nachricht – doch die Zahlen irritieren auch viele.

Marc Uthmann

virus-4937609_1920 - © Pixabay
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Halle. Was haben Halle, Borgholzhausen und Werther gemeinsam? Die drei Kommunen zählen mit Langenberg derzeit zu den Musterschülern der Corona-Pandemie. 0,0 betrug die 7-Tage-Inzidenz des Corona-Virus in den vier Orten am Montag. Eigentlich ein Grund zur Freude, doch sowohl einige HK-Leser als auch User der HK-Online-Angebote zeigten sich von den Zahlen auch irritiert.

Denn wie könne die Inzidenz bei 0,0 liegen, wenn es in doch nach wie vor aktive Corona-Fälle gebe, fragen sie. In Halle waren es am Montag zwei, in Werther acht – lediglich Borgholzhausen weist neben der Nuller-Inzidenz auch keinen aktiven Fall mehr in der Stadt auf.

Der Unterschied der beiden Zahlen liegt in ihrer Art der Erfassung. Die 7-Tage-Inzidenz misst, wie viele Neuinfektionen mit dem Corona-Virus es je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gegeben hat. Bei kleineren Orten wie Werther mit rund 10.000 Einwohnern muss die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen Woche also mit etwa 10 multipliziert werden, um auf eine vergleichbare Corona-Inzidenz mit anderen Kommunen zu kommen. Derzeit spielt das allerdings keine Rolle, denn seit mindestens einer Woche hat sich in Werther offiziell niemand mehr mit Covid-19 angesteckt – Inzidenz 0,0 also.

Kein Patient mehr auf der Intensivstation

Das bedeutet allerdings nicht, dass in der Stadt niemand mehr als noch erkrankt gilt. Die aktiven Fälle zählen jene Personen, die ihre Corona-Infektion noch nicht überstanden haben und wieder negativ getestet wurden. Acht Menschen in Werther haben sich also vor längerer Zeit als vor einer Woche angesteckt und gelten immer noch als infiziert – kein Widerspruch zu Nuller-Inzidenz.

Generell gibt es gute Nachrichten. Zwar stieg die Inzidenz im Kreis erneut leicht an: von 23,6 auf 24,7 laut RKI, von 23,6 auf 23,8 laut Kreis. Doch müssen aktuell nur noch sechs Personen im Krankenhaus behandelt werden und niemand mehr auf der Intensivstation – auch das eine Situation, wie es sie seit Monaten nicht mehr gab.

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