HalleJetzt ist es amtlich: Skate-Anlage wird gebaut - so soll sie aussehen

Die Realisierung des Skate- und Bewegungsparks wird auf den Weg gebracht.Die Verwaltung freut sich über Zuschüsse in Höhe von 750.000 Euro. Es gibt aber noch offene Fragen.

Rolf Uhlemeier

Gefördert wird das Projekt mit 750.000 Euro durch das Land - © Pixabay
Gefördert wird das Projekt mit 750.000 Euro durch das Land © Pixabay

Halle. Der 10. Juni 2021 dürfte als ein Meilenstein für die Skater und BMX-Fahrer in die Geschichte der Lindenstadt eingehen. Einstimmig haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Schule und Sport am Donnerstag für die Errichtung eines Skate- und Bewegungsparks mit einer Miniramp ausgesprochen und damit den Startschuss für den Bau der Anlage gegeben.

Die Landschaftsarchitekten Ulenberg/Illgas wurden gleichzeitig beauftragt, die weiteren Schritte in Angriff zu nehmen. Wenn alles planmäßig läuft, könnte die vielseitig nutzbare Anlage am Schulzentrum Masch im Oktober des kommenden Jahres an die Haller Jugend und die, die jung geblieben sind, übergeben werden.

In dieser Zeit werden die Freunde der kleinen, schnellen Rollen auf die Ausübung ihres Sports am Schulzentrum zwar verzichten müssen, dafür können sie sich ganz auf eine andere Herausforderung konzentrieren: Am kommenden Montag werden sich die Skater und BMX-Fahrer dem SC Halle anschließen und eine neue Abteilung unter den Dach des Sport-Clubs ins Leben rufen.

Bauantrag soll bis Ende Juli eingereicht werden

Wenn der Bewegungspark fertig ist, wird die Nutzung selbstverständlich nicht den Vereinsmitgliedern vorbehalten, sondern offen für alle Freunde der sportlichen Betätigung sein.

Laut Benjamin Potthoff von der Stadtverwaltung soll nun bis Ende Juli die Baugenehmigung für die Anlage beantragt werden. Wenn sie erteilt ist, könnten im Oktober die Ausschreibungen erfolgen. Als ein „Leuchtturmprojekt" mit einer Strahlkraft weit über die Grenzen der Stadt Halle hinaus, bezeichnete Thomas Tappe den Skate- und Bewegungspark. Besonders erfreulich aus Sicht des Bürgermeisters: Mit 350.000 Euro muss weniger als ein Drittel der Gesamtkosten von 1,1 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt bestritten werden.

Einstimmig haben sich die Mitglieder des Schul- und Sportausschusses für die Pläne der Skate- und Bewegungsanlage mit einer Miniramp ausgesprochen. - © Maier Landschaftsarchitektur
Einstimmig haben sich die Mitglieder des Schul- und Sportausschusses für die Pläne der Skate- und Bewegungsanlage mit einer Miniramp ausgesprochen. (© Maier Landschaftsarchitektur)

Stattliche 750.000 Euro kommen aus dem Investitionspaket des Landes für die Förderung von Sportstätten. Wie schon beim Bau der neuen Sportplätze an der Masch könnten sich die Kosten allerdings noch erhöhen. Probebohrungen haben ergeben, dass sich im Untergrund neben Bauschutt und Plastik auch Torfnester befinden. Sollten diese größer als erwartet sein, könnte die Stabilisierung des Bodens zusätzliche Mittel verschlingen.

Weniger Lärm durch Miniramp statt Halfpipe

Nach einer kurzen Erörterung votierten die Ausschussmitglieder am Donnerstag dafür, auf ein kleines Basketball-Feld innerhalb der Anlage zu verzichten: Eine Streetball-Area hätte die Gesamtkosten um knapp 28.000 Euro in die Höhe getrieben. Zudem gibt es bereits Basketball-Körbe auf dem Gelände der Gesamtschule, die am Donnerstag auch intensiv genutzt wurden und bei Bedarf ausgebaut werden könnten.

Aus schalltechnischen Gründen wird der Skate- und Bewegungspark keine neue Halfpipe bekommen, sondern mit einer Miniramp ausgestattet sein. Durch die geringere Bauhöhe reduzieren sich die Schallemissionen laut der Berechnungen des Gutachterbüros um 50 Prozent und die Anlage wird für einen größeren Nutzerkreis interessant.

Anwohnerin äußert ihre Bedenken

Neben der Miniramp wird der Park über ein Beachhandball-Feld, das optional auch als Beachvolleyball-Feld genutzt werden kann, sowie zwei weitere Beachvolleyball-Felder verfügen. Dazu kommen der Skatepark, ein Areal mit Calisthenics-Geräten und Parcour-Elementen sowie ein Pumptrack und ein Kidstrack für die jüngeren Zweiradfahrer. Aufgelockert wird der Skate- und Bewegungspark schließlich durch Bäume und Sitzgelegenheiten.

Wenn die Anlage fertig ist, soll sie an allen Wochentagen von 8 bis 20 Uhr geöffnet sein. Roy van Dijk und Pascal Holste bedankten sich in einer Sitzungsunterbrechung für den erreichten Kompromiss und das konstruktive Miteinander. Neben den Sprechern der Haller Skate- und BMX-Szene meldet sich auch eine Anwohnerin zu Wort. Sie drückte ihre Hoffnung aus, dass die Öffnungszeiten der Anlage künftig eingehalten würden und dort keine nächtlichen Partys mit erheblicher Ruhestörung mehr stattfänden: „Das sollte vom Ordnungsamt stärker kontrolliert werden." Zudem wies sie darauf hin, dass die Nutzer ihren Müll wieder mitnehmen sollten: „Der landet oft in den angrenzenden Wiesen."

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