HalleMüll am Straßenrand nimmt während Corona-Lockdown zu

Die aktuellen Einschränkungen führen nicht überall zur Entlastung der Umwelt. Achtlos weggeworfene Verpackungen und illegale Müll-Entsorgung sind ein großes Problem.

Rolf Uhlemeier

Müll und alte Reifen an der Teichstraße in Künsebeck - © Rolf Uhlemeier
Müll und alte Reifen an der Teichstraße in Künsebeck © Rolf Uhlemeier

Halle. „Wir haben schon den Eindruck, dass es in den vergangenen Monaten mehr geworden ist", sagt Janine Thannhäuser. Die Abfall- und Umweltberaterin der Stadt Halle beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Vor allem die Vermüllung, was neudeutsch mit dem Begriff Littering umschrieben wird, hat nach ihrer Einschätzung zugenommen.

„Das reicht vom Kaugummipapier über Kaffeebecher bis hin zu Verpackungen für das Essen to go." Auch die illegale Ablagerung von Hausmüll, wie aktuell an der Teichstraße in Künsebeck, ist laut Janine Thannhäuser weiterhin ein Thema. In Künsebeck sind gleich fünf Autoreifen samt Felgen und zwei große Tüten mit Müll einfach an den Straßenrand gestellt worden. „Das ist kein Einzelfall", sagt die Abfallberaterin. Die illegale Entsorgung komme immer wieder vor. Vorzugsweise an wenig frequentierten Straßen sowie in der freien Landschaft und in Waldstücken. „Das muss dann von den Mitarbeitern des Bauhofes auf Kosten der Allgemeinheit entsorgt werden", erklärt die Abfallberaterin.

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„Wir versuchen die Verursacher ausfindig zu machen"

Auch die Containerstandorte sind ein Hotspot für die Entsorgung von Dingen, die nicht mehr gebraucht werden: „Da wird gerne auch Sperrmüll wie zum Beispiel Matratzen und Sessel abgestellt", sagt Janine Thannhäuser. Häufig finden sich an solchen Stellen auch ausgediente Elektrogeräte, die wie Metall und Papier kostenlos am Entsorgungspunkt Nord in Künsebeck abgegeben werden könnten: „Da fragt man sich schon, warum die Menschen die Geräte nicht ordnungsgemäß entsorgen", sagt die Abfallberaterin und verweist darauf, dass es sich dabei um Ordnungswidrigkeiten handelt, die von der Stadt auch verfolgt werden. „Wir versuchen die Verursacher ausfindig zu machen und gehen entsprechenden Hinweisen nach."

Problematisch ist laut Janine Thannhäuser auch die illegale Entsorgung von Grünabfällen in der freien Landschaft: „Die Menschen denken oft, dass es sich dabei ja um natürliche Abfälle handelt und die kein Problem sind. Das stimmt aber nicht. Sie gehören dort nicht hin und können das ökologische Gleichgewicht empfindlich stören."

Um der Vermüllung entgegenzuwirken, setzt die Stadtverwaltung verstärkt auf Informationen und erarbeitet aktuell ein neues Konzept. Grundsätzlich appelliert Janine Thannhäuser an die Menschen, bewusster mit Verpackungen umzugehen, sie nicht einfach wegzuwerfen, sondern die Müllentsorgung sowie die Angebote der Stadt wie zum Beispiel Sperrmüllabfuhr und Laubentsorgung zu nutzen.

Zudem bietet der Entsorgungspunkt Nord, Im Hagen 1a, sowohl kostenlose (Elektrogeräte/Papier/Metall) wie auch kostenpflichtige Entsorgung für Grünschnitt und Müll an.

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