Olaf Sorge hat sich mehr als 30 Jahre um die Haller gesorgt

Olaf Sorge hat in der Haller Verwaltung in den vergangenen Jahrzehnten vielfältige Aufgaben übernommen – ab heute ist damit Schluss, zumindest vorerst.

Rolf Uhlemeier

Olaf Sorge beim Firmenlauf - © Christian Helmig, HK
Olaf Sorge beim Firmenlauf (© Christian Helmig, HK)

Halle. „Da machen Sie sich mal keine Sorgen", diesen Satz hat der Mann, der über drei Jahrzehnte in Halles Stadtverwaltung gearbeitet hat, oft gesagt. „Ich habe den Namen nie als Belastung empfunden, habe ihn eher humorvoll gesehen", sagt er und lächelt gewohnt verschmitzt.

Heute hat er seinen letzten Arbeitstag in der Verwaltung der Stadt Halle und damit lässt er ein wenig auch die Sorgen des Arbeitslebens und die anderer Menschen hinter sich: „Ich habe Sorge immer eher als einen Aspekt des Kümmerns betrachte", sagt der 59-Jährige. Ein Blick in die Vita des gebürtigen Hallers, der als Hausgeburt in der Mönchstraße das Licht der Welt erblickte, lässt erahnen, um was sich Olaf Sorge in den vergangenen Jahrzehnten so alles gekümmert hat.

1977 begann er seine Ausbildung im mittleren Dienst der Haller Stadtverwaltung, holte im Anschluss das Abitur am Abendgymnasium nach und qualifizierte sich von 1982 bis 1985 für die gehobene Beamtenlaufbahn an der Hochschule für den öffentlichen Dienst. Von 1985 bis Ende 2000 war Olaf Sorge im Sozial- und Sportamt sowie in der Wohngeldstelle tätig. Anschließend engagierte er sich bis 2017 als stellvertretender Fachbereichsleiter im Haupt- und Personalamt, war seit 2009 Stadtmarketingbeauftragter, ab 2019 Teamleiter Organisation, Beschaffung, Wahlen und seit September 2020 stellvertretender Leiter des Fachbereichs 1.1.

Menschen durch die Arbeit ein bisschen sorgenfreier machen

Doch egal, wie sich die Stellenbeschreibung in den vielen Jahren auch gewandelt hat, für Olaf Sorge waren zwei Dinge immer besonders wichtig: Er wollte immer etwas gestalten, etwas bewegen und die Menschen durch seine Arbeit ein bisschen sorgenfreier machen. Dabei war er nie ein klassischer Schreibtischtäter, der Akten bearbeitet und von einem Stapel auf den anderen verschiebt. Das Leben in der Lindenstadt war und ist sein Steckenpferd und dazu passt sein persönliches Credo: „Alles, was ist, ist gut – es ist aber nicht so gut, dass man es nicht noch etwas besser machen könnte." Zu den persönlichen Highlights seines intensiven Berufslebens gehört die Begleitung und Mitgestaltung des ehemaligen Kisker-Areals an der B 68 zum Bürgerzentrum, mit der Remise, dem Schinkenhaus, der Destille und dem Gebäude der Volkshochschule Ravensberg. Engagiert hat er sich zudem sehr früh für Geflüchtete aus vielen Ländern sowie für die Senioren seiner Heimatstadt.

Konzessionen für den Burg-Club und die Flamingo-Bar

Gern erinnert sich Olaf Sorge an das Treffen mit Tennis-Ass Roger Federer anlässlich der Einweihung der Straße am Stadion mit dessen Namen. „Es ist beeindruckend, einen Menschen wie ihn zu erleben, der trotz seines Erfolges bodenständig geblieben ist." Viele besondere Begegnungen und Ereignisse hat Olaf Sorge während seiner Dienstzeit erlebt. Allein damit ließen sich viele Seiten füllen. Da ist die Vergabe der Konzessionen für Etablissements wie den ehemaligen Burg-Club in Kölkebeck oder die Flamingo-Bar im altehrwürdigen Grünwalde. Und auch eine Schlagzeile in der Bild-Zeitung ist noch immer präsent, nachdem das Haller Ordnungsamt den Auftritt der Schlagersängerin Ingrid Peters wegen fehlender Toiletten absagte und damit die Fans erzürnte. Doch das sind Sorgen längst vergangener Tage.

Vor dem Eintritt in den passiven Abschnitt der Altersteilzeit werden heute sicher viele Erinnerungen an Begegnungen und Ereignisse der vielen Dienstjahre aufflackern und ein wenig Wehmut aufkommen. Doch die wischt Olaf Sorge gewohnt zuversichtlich und mit einem Lächeln davon: „Ich freue mich auf die neue Freiheit, auf mehr Zeit für die Familie, für Sport und andere Aktivitäten." Einen zweiten Marathon hat Olaf Sorge ebenso im Blick wie die fünfte Teilnahme am Hermannslauf, wenn dass denn wieder möglich ist. Mit einem Cabrio würde der angehende Ruheständler gern mal über Land fahren und natürlich mal wieder die gelbe Filzkugel übers Tennisnetz schlagen. Die eine oder andere Aktivität wird sicher noch ein wenig Zeit brauchen, doch da ist Olaf Sorge ganz entspannt: Er wird versuchen, das Beste aus allem zu machen und wenn ihm nach zwei, drei Monaten der Entspannung langweilig wird, dann gibt es sicher Dinge, um die sich in der Lindenstadt jemand kümmern könnte ...

Copyright © Haller Kreisblatt 2021
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.