HalleBeim Thema Impfen wird die Diskussion schnell sehr emotional - auch im Netz

Dass sich in Halle viele Pflegekräfte gegen eine Corona-Impfung entschieden haben, ist für manche schwer nachvollziehbar. Andere finden diese Entscheidung genau richtig.

Melanie Wigger

Der kleine Pieks sorgt für kontroverse Diskussionen in den sozialen Medien. Während einige User der Meinung sind, Pflegekräfte sollten sich zwingend impfen lassen, finden andere, diese Entscheidung müsse man den Beteiligten überlassen. - © Pixabay
Der kleine Pieks sorgt für kontroverse Diskussionen in den sozialen Medien. Während einige User der Meinung sind, Pflegekräfte sollten sich zwingend impfen lassen, finden andere, diese Entscheidung müsse man den Beteiligten überlassen. © Pixabay

Halle. Mit geteilter Meinung reagieren User auf die Nachricht, dass sich ein großer Teil der Mitarbeiter*innen in Haller Altenheimen bislang gegen die Impfung entschieden hat – im Gegensatz zu den Bewohnern, deren Impfbereitschaft bei mehr als 95 Prozent lag.

Die Kritik an dieser Entscheidung lässt im Netz nicht lange auf sich warten: „Schon traurig, wenn ältere Menschen den Sinn der Impfung verstehen und sich impfen lassen, aber die Menschen, die dort arbeiten, sich nicht impfen lassen. Für mich unverständlich", kommentiert eine Facebook-Userin.

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Krankenpfleger: „Besser geschützt als normaler Arbeiter"

„Ich finde, es hat was mit Solidarität zu tun", meint ein Versmolder. „Außerdem ist die Gefahr eines schlechten Coronaverlaufs sicherlich viel höher als die Gefahr durch eine Impfung. Ich werde mich sofort impfen lassen. Nicht für mich, sondern für die Gemeinschaft."

Andere halten dagegen, indem sie sich auf die große Zahl der symptomfreien Verlaufe stützen und darauf hinweisen, dass noch nicht bewiesen ist, dass die Impfung eine Übertragung von Covid-19 verhindert. „Vielleicht haben die Menschen, die dort arbeiten, einfach die Zahlen aufmerksam verfolgt und festgestellt, dass ihre Überlebensrate doch relativ hoch ist. Denn als arbeitender Mensch ist man in der Regel nicht im kritischen Alter", argumentiert beispielsweise ein Haller.

„Ist doch jedem selbst überlassen, oder?"

Auch ein Krankenpfleger wehrt sich gegen die Haltung, dass sich Pflegende impfen lassen müssten. „Ist doch jedem selbst überlassen, oder?" Er sei bei seiner Arbeit in der Anästhesie besser geschützt als ein normaler Arbeiter.

Andere verteidigen die Entscheidung der Mitarbeiter noch deutlicher. Eine Frau warnt vor noch unbekannten Risiken durch Impfstoff. „Vielleicht sollte man endlich lernen, mit dem Virus zu leben. Und noch besser – nach einem Medikament forschen, was Heilung verschafft oder den Verlauf mildert, anstatt auf einen im Hauruckverfahren eingeführten Impfstoff zu setzen, um einen Virus auszurotten. Das geht nämlich nicht."

Krebspatientin: „Corona wäre ich ohne Impfung ausgeliefert"

Als diese Userin ergänzt, dass das Sterben zum Leben dazu gehört, schaltet sich eine Hallerin in die heiße Facebook-Diskussion ein: „Ich bin 2015 an Krebs erkrankt, arbeite in einem Altenheim und habe mich heute impfen lassen. Außer mir haben sich übrigens auch die Bewohner impfen lassen. Warum? Weil wir alle eins gemeinsam haben: wir lieben das Leben. Egal, ob 58 Jahre (ich) oder die Bewohner (80+)." Sie fährt fort: „Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass keiner von uns das ewige Leben gepachtet hat. Sollte mein Leben dem Ende entgegen gehen, dann ist es so. Aber wenn ich eines verurteile, dann sind es Ignoranten, die durch ihre Ignoranz über mein Leben mitbestimmen." Den Sieg über den Krebs habe sie sich mit Hilfe der Pharmaindustrie alleine erkämpft – „aber Corona wäre ich ohne Impfung, dank solcher Leute wie Ihnen, ausgeliefert ...", entgegnet die Hallerin der Impfgegnerin.

Eine weitere Frau appelliert an die gegensätzlichen Lager: „Ein bisschen mehr Akzeptanz und Toleranz auf beiden Seiten wäre wohl ganz angebracht! Es gibt durchaus auch Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen wollen." Sie warnt aber auch: „Nur, weil jemand im Pflegeheim arbeitet, muss ihm die Gesundheit der anderen nicht wichtiger sein als die eigene. Denn sonst gäbe es bald keine Pflegekräfte mehr."

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