Handball ab März? Mit diesen Optionen soll der Re-Start gelingen

Der Handballverband Westfalen hat sich jetzt erstmals geäußert, wann und wie er den Spielbetrieb wieder aufnehmen will. Klar ist, es soll Aufsteiger geben. Der Abstieg wird wohl wieder ausgesetzt.

Dennis Bleck

Der Handballverband Westfalen hat sich geäußert, wie es weitergehen soll. - © Noah Wedel
Der Handballverband Westfalen hat sich geäußert, wie es weitergehen soll. (© Noah Wedel)

Altkreis Halle. Der Handballverband Westfalen (HVW) hat entschieden: Der Spielbetrieb soll nach Möglichkeit wieder hochfahren. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, in der die Funktionäre mögliche Szenarien für einen Re-Start vorstellen. Derzeit plant der HVW mit zwei verschiedenen Varianten.

Variante A

Im Konzept „Spielbetrieb im Erwachsenenbereich" heißt es einerseits: „Sofern zulässig, wird der Spielbetrieb in den Ober-, Verbands-, und Landesligen der Männer und Frauen am 1. März wieder aufgenommen. Die angefangene Saison wird in einer Einfachrunde zu Ende gespielt." Wertungen über Auf- und Abstieg würden anschließend ganz normal vorgenommen werden. Allerdings, das räumte Andreas Tiemann, Vizepräsident Spieltechnik im HVW ein, „glaubt im Handballverband Westfalen derzeit niemand, dass Anfang März wieder gespielt werden kann". Trotzdem, so Tiemann, „müssen wir dieses Szenario, bei dem es auch Absteiger geben würde, berücksichtigen".

Variante B

Realistischer erscheint allerdings das Alternativmodell, das die Funktionäre gemeinsam mit den Kreisvorsitzenden in einer mehrstündigen Videokonferenz ebenfalls erarbeitet haben. Ein Re-Start erfolgt in dieser Variante – sofern dann zulässig - erst im April oder Mai. Aufstiege sind möglich, Absteiger wird es jedoch keine geben, heißt es in dem Konzept. Konkret plant der HVW, aufstiegswillige Mannschaften in neue Staffeln einzuteilen. Alle anderen Vereinen, die spielen wollen und können, macht der HVW das Angebot, in kleinen regionalen Gruppen gegeneinander anzutreten. In Abhängigkeit von der jeweiligen Meldezahl wird dann das Spielsystem bestimmt. Möglich sind sowohl ein Modus mit Hin- und Rückspiel aber auch Play-Off-Spiele.

Unabhängig davon, wie die Saison 2020/21 zu Ende geht, steht schon jetzt der Starttermin für die nächste Spielzeit fest. Diese soll am letzten Wochenende im August beginnen. Es wird dann in jeder Liga eine erhöhte Zahl an Absteigern geben, um in angemessener Zeit wieder auf die Sollstärken der Staffeln zurückzukommen.

Bernd Kuropka, Vorsitzender der Technischen Kommission, erklärt: „Ich bin der Überzeugung, dass wir mit diesem Angebot die Interessen der Vereine erfüllen werden. Für jeden Verein, der spielen kann und möchte, haben wir nun ein Angebot geschaffen." Tiemann fasst zusammen: „Natürlich wäre eine komplette Serie für alle Beteiligten besser. Aber das ist unter den aktuellen Bedingungen leider nicht möglich. So kommt der Handballverband seiner Hauptaufgabe, der Organisation eines Spielbetriebes, nach."

Jugend

Der HVW diskutierte gleichzeitig zudem über den Jugendhandball. Dort ist eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs nur dann möglich, wenn die Saison nicht wie üblich an Ostern endet, sondern bis zu den Sommerferien verlängert wird. „Die Alternative wäre nur, die Saison überhaupt nicht aufzunehmen und beim Wiedereinstieg mit den neuen Jahrgängen zu starten. Damit hätten wir den Jugendlichen ihr Jahr komplett genommen", sagt Patrick Puls, Vorsitzender im Jugendausschuss. Weil dieses unbedingt verhindert werden soll, arbeitet Puls nun an einem Beschluss, die Spielzeit bis in den Sommer zu verlängern.

Kommentar
Nicht gut durchdacht!

Es ist richtig und wichtig, dass der Handballverband Westfalen Spielern und Vereinen jetzt eine Perspektive schafft. Doch die Vorschläge zur Rückkehr in den Spielbetrieb wirken wenig durchdacht. Schon jetzt zeichnet sich ab – und das wissen auch die Führungskräfte im Verband –, dass ab 1. März nicht gespielt werden kann. Eine einfache Runde, an dessen Ende sportlich Auf- und Absteiger feststehen, wird es demnach wohl nicht geben. Variante A entfällt also. Ohne, dass sie je eine ernsthafte Alternative war.

Stattdessen greift Variante B. Der Re-Start erfolgt spätestens im Mai. Vereine, die aufsteigen wollen, können das auch. Es werden Spielrunden geschaffen. Man muss sich nur dafür melden. Für die Clubs, die keine Versetzung in die nächsthöhere Spielklasse anstreben, bleiben nur Pflichtfreundschaftsspiele. Denn Absteiger gibt es keine. Hier muss die Frage erlaubt sein: Wo bleibt der sportliche Reiz?

Ist es nicht auch für den potenziellen Abstiegskandidaten dann attraktiver, in der Meisterrunde mitzuspielen? Schließlich hat er nichts zu verlieren. Dass es außerdem wieder keine Ab- sondern nur Aufsteiger gibt, entwertet die Ligen in der kommenden Spielzeit erneut. Dann wäre es doch sinnvoller, die derzeitige Saison über den 30. Juni hinaus zu verlängern. Das schafft Zeit für Variante A, die sportlich mehr Wert hat.

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