Modekonzern Gerry Weber fordert Hilfen für die Modebranche

Mit der Aktion „Wir machen auf_merksam“ weisen die Mitarbeiter auf die schwierige Lage im Lockdown hin.

veröffentlicht

Aktion: Gerry Weber macht "AUFmerksam". - © Gerry Weber AG
Aktion: Gerry Weber macht "AUFmerksam". (© Gerry Weber AG)

Halle (HK). Mit rund 90 Prozent seiner Filialen in Deutschland nimmt die Gerry-Weber-Gruppe an der Aktion „Wir machen auf_merksam" teil. Das entspricht circa 180 Stores, in deren Schaufenstern nun das schwarz-weiße oder gelbe Plakat mit der Forderung an die Regierung hängt, entweder öffnen zu dürfen oder angemessen entschädigt zu werden. Darüber hinaus posten viele der Gerry-Weber-Mitarbeiter*innen Selfies im Rahmen der Aktion und auch auf den offiziellen Social-Media-Kanälen der Gruppe sind Fotos zu sehen.

Auf der Internetseite www.freundschaftsdienst.eu wird der deutsche Einzelhandel dazu aufgerufen, seit Montag, 11. Januar, 11 Uhr entsprechende Plakate in die Schaufenster zu hängen. Darüber hinaus sollen möglichst alle Teilnehmehmenden Selfies unter den Hashtags #wirmachenAUFmerksam und #freundschaftsdienst.eu posten.

Initiatoren der Aktion sind Uwe Bernecker, Geschäftsführer des Labels Funky Stuff, sowie Günter Nowodworski, Inhaber der Agentur Now Communication.

Wie bereits Gerry-Weber-CEO Alexander Gedat in der vergangenen Woche gefordert hatte, sind die Verantwortlichen des Haller Modekonzerns der Meinung, dass der Einzelhandel beziehungsweise die Modebranche Ausgleichszahlungen, ähnlich denen für die Gastronomie, erhalten müsse. „Mit unserer Teilnahme an der Aktion möchten wir ganz akut aufmerksam machen auf die absolut existenzgefährdende Lage, in der sich der Einzelhandel und die deutsche Modebranche befinden", erläutert Angelika Schindler-Obenhaus, COO bei Gerry Weber, die Entscheidung, mitzumachen.

"Man halte sich an alle geltenden Regeln"

So heißt es auf freundschaftsdienst.eu, 65 Prozent des stationären Einzelhandels seien durch die Pandemie-Maßnahmen unmittelbar betroffen. Viele Händler, insbesondere die Modebranche, handele mit „verderblicher" Ware: Für die laufende Saison gekaufte beziehungsweise hergestellte Ware müsse auch im Zeitraum dieser Saison verkauft werden, ansonsten müsse sie fast komplett abgeschrieben werden. Bei aller Kritik betonen die Initiatoren, dass die Aktion sich weder in die Nähe von Corona-Leugnern, Rechtsgesonnener oder Maskenverweigerer stelle. Man halte sich an alle geltenden Regeln.

Bei Gerry Weber formuliert der Vorstand – bestehend aus CEO Alexander Gedat, COO Angelika Schindler-Obenhaus und CFO Florian Frank – neben Ausgleichszahlungen und einer klaren Perspektive, wann der Handel wieder öffnen kann, noch zwei weitere Punkte an die Regierung: Die Möglichkeit für Sonntagsöffnungszeiten sowie die Schaffung einer rechtlichen Grundlage, Mieten kürzen zu können.

Copyright © Haller Kreisblatt 2021
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.