Anwohner besorgt: Neuer Brunnen liegt an der Grenze zum Wasserschutzgebiet

Da für den Bau zweier Trinkwasserbrunnen die Ausweitung des Wasserschutzgebiets befürchtet wurde, gab es Kritik. Dennoch läuft die Genehmigung reibungslos ab, gebuddelt wird aber trotzdem noch nicht.

Uwe Pollmeier

Unweit dieser Stelle, wo die Hachhowe auf die Tatenhausener Straße mündet, soll der Brunnen auf Flurstück 128 zurückgebaut werden. Dafür sollen in unmittelbarer Nähe bis zum kommenden Frühjahr zwei neue Brunnen gegraben werden. - © Nicole Donath
Unweit dieser Stelle, wo die Hachhowe auf die Tatenhausener Straße mündet, soll der Brunnen auf Flurstück 128 zurückgebaut werden. Dafür sollen in unmittelbarer Nähe bis zum kommenden Frühjahr zwei neue Brunnen gegraben werden. (© Nicole Donath)

Halle. Die Technischen Werke Osning (TWO) werden in den kommenden Monaten zwei neue Trinkwasserbrunnen bohren. „Wir bauen kontinuierlich Brunnen aus. Jeder Brunnen hat nur eine bestimmte Lebensdauer und muss daher früher oder später ersetzt werden", erklärt TWO-Geschäftsführer Johannes Wiese. Man habe Probebohrungen durchgeführt um herauszufinden, an welchem Standort in den Wasserschutzzonen I und II in Tatenhausen die beste Förderung zu erwarten sei.

Gleichzeitig werde man aber auch einen Brunnen zurückbauen, da dieser mittlerweile nur noch etwa die Hälfte der Wassermenge fördert, die ursprünglich mal möglich gewesen ist. Den Bau der neuen Brunnen wolle man umgehend starten. „Mit dem einen Bau möchten wir noch in diesem Jahr beginnen, beim anderen geht es wohl erst im Februar los", sagt Wiese. Zwar sei der eigentliche Brunnenbau recht schnell zu machen und nicht sehr zeitaufwendig, jedoch sei es schwierig, zeitnah einen Brunnenbauer zu finden.

Im Vorfeld hatte es um den Bau der beiden neuen Brunnen eine Diskussion gegeben, da man zunächst befürchtete, dass die Grenze des Wasserschutzgebiets etwas verschoben werden müsste und das Areal somit vergrößert worden wäre. Die Stadt habe, so erklärt Wiese, aber noch einmal genau nachgeschaut und entdeckt, dass keine Erweiterung des Wasserschutzgebiets erfolgen müsse.

Anwohner Hermann Künsemöller hatte sich im Vorfeld mit Blick auf den Brunnenneubau besorgt gezeigt. Der Förderbereich des Ersatzbrunnens werde, so Künsemöller, zu einem Drittel Künsebeck betreffen. „Das Wasserschutzgebiet muss dann erweitert werden, denke ich. Und wir bekommen hier ein Problem mit dem Wasser."

Die Fördermenge bleibt gleich

Diese Befürchtung kann Johannes Wiese nun allerdings entkräften, da die bisherigen Grenzen des Wasserschutzgebietes bestehen bleiben können. Zudem wird sich auch an der Fördermenge insgesamt nichts ändern. Trotz zwei neuer Brunnen und der Abschaltung einer alten Förderanlage werde man auch zukünftig mit den acht Brunnen im Wasser Schutzgebiet I zwischen Hachhowe, Theenhausener Straße und Tatenhausener Straße maximal 185 Kubikmeter Wasser pro Stunde fördern können.

Der Wasserverbrauch in Halle ist seit 2015 stetig angestiegen. „In diesem Jahr wird der Verbrauch voraussichtlich bei 1,4 Millionen Kubikmeter liegen", sagt Wiese. Da man im Sommer kurzfristig auch Borgholzhausen mit Wasser versorgen musste, könnte der Bedarf im Vergleich zum Vorjahr ein wenig gestiegen sein.

Vom Kreis Gütersloh wasserrechtlich erlaubt ist eine Fördermenge von insgesamt 1,7 Millionen Kubikmeter im Jahr, die aktuell auf 1,5 Millionen Kubikmeter gedeckelt ist.

Trotz der langen trockenen Phasen in den vergangenen Monaten und Jahren scheint somit die Trinkwasserversorgung für die Haller Bürger gesichert. Mit der nun geplanten Umstrukturierung der Trinkwasserbrunnen soll eine noch größere Versorgungssicherheit für die Einwohner der Lindenstadt gewährleistet werden.

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