Feuerwehrmann bekommt hohe Entschädigung nach Badeunfall in Hörste

Ein österreichischer Feuerwehrmann brach sich 2015 vier Halswirbel und wurde zum Pflegefall. Jetzt gibt es ein Urteil.

Uwe Pollmeier

Symbolbild - © CC0 Pixabay
Symbolbild (© CC0 Pixabay)

Halle/Kleblach-Lind. Hörstes Löschzugführer Peter Goldbecker erinnert sich noch gut an den Tag vor mehr als fünf Jahren: „Es war ein warmer Sommertag und wir wollten zum Abschluss einer Planwagenfahrt gemeinsam Kaffee trinken." Zu Gast in Ostwestfalen waren an jenem 15. August die befreundeten Feuerwehrleute aus Kleblach-Lind, einer kleinen Gemeinde in Kärnten (Österreich).

Als der damals 27-jährige Österreicher Manuel Holzmann offenbar nach einem Hörster Kollegen in einen Schwimmteich springen wollte, brach er sich vier Halswirbel und war fortan querschnittsgelähmt.

Prozess geht über mehrere Jahre

Der darauf folgende Rechtsstreit mit der Versicherung des Kärnteners fand nun vor dem Landgericht in Klagenfurt ein positives Ende. „Ich freue mich, dass es nun so gekommen ist. Ich hatte da nicht mehr dran geglaubt", sagt Goldbecker. Das Gericht sprach dem Österreicher eine Entschädigung in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro zu. „Wir haben all die Jahre Kontakt zu ihm gehabt und regelmäßig telefoniert oder E-Mails geschrieben", sagt Goldbecker. Es habe auch Spendensammlungen für den Kameraden aus Kärnten gegeben, an denen sich der gesamte Hörster Löschzug beteiligte. „Die Sache ist jetzt abgeschlossen. Es hat viel Kraft gekostet", sagt Goldbecker, wohlwissend, dass natürlich kein Geld der Welt den tragischen Unfall rückgängig machen kann.

Holzmann, der auf dem elterlichen Hof lebt, ist seitdem ein Pflegefall. Seine Situation habe sich in den vergangenen fünf Jahren kaum verändert. „Es ist seitdem immer sein Wunsch gewesen, uns noch einmal hier in Hörste besuchen zu können", sagt Goldbecker. Er hoffe ebenso, dass dies in absehbarer Zeit klappt.

Vor zwei Jahren sei er selbst mit einigen Hörster Feuerwehrkollegen in Österreich gewesen, um bei dem Prozess auszusagen.

Dass sich die Unfallversicherung des Verunglückten über einen so langen Zeitraum so querstellte, lag daran, dass der heute 32-jährige Manual Holzmann beim Sprung unter Alkoholeinfluss gestanden hat. Laut Laborbefund habe es sich um mehr als ein Promille gehandelt. In solch einem Fall kann nach österreichischem Gesetz eine Versicherung die Auszahlung verweigern.

Nun aber hat man sich geeinigt und die Versicherung muss zahlen. „Seine Familie in Kleblach-Lind hat eine Scheune auf dem Hof behindertengerecht ausgebaut, so dass Manuel zu Hause gepflegt werden kann", sagt Goldbecker. Dies habe natürlich viel Geld gekostet.

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