Gerry Weber ist zurück an der Börse - aber der Handel stockt noch

Am ersten Handelstag für die neuen Aktien des ostwestfälischen Modeunternehmens haben die Großaktionäre ihre Wertpapiere noch festgehalten. Die interessierten Käufer boten offenbar zu wenig Geld.

Martin Krause

Archivbild: Gerry Weber Kollektion 2019 - © Melanie Wigger
Archivbild: Gerry Weber Kollektion 2019 (© Melanie Wigger)

Frankfurt/Halle. Der Modekonzern Gerry Weber ist zurück an der Frankfurter Aktienbörse: Am ersten Handelstag ist ein (Geld-) Kurs von 2,20 Euro festgestellt worden – zu diesem Preis wären Investoren bereit gewesen, insgesamt 1.950 der neuen Aktien zu kaufen.

Zu einem tatsächlichen Handel kam es allerdings nicht: Die drei Großaktionäre Robus Capital Management, Whitebox Advisors und J.P. Morgan Securities waren offenbar nicht interessiert, sich zum gebotenen Preis von ihren Wertpapieren zu trennen.

"Wichtig ist die Möglichkeit, die Aktien zu handeln"

Ein Sprecher des Unternehmens betonte, dass der Verlauf nicht als enttäuschend zu werten sei. Entscheidend sei die Möglichkeit, dass die 1,21 Millionen neuen Aktien der Gerry Weber AG überhaupt wieder an der Börse gehandelt werden können.

Im Rahmen des Insolvenzverfahrens war der Handel mit den alten entwerteten Aktien 2019 eingestellt worden – und die neuen Aktien waren zunächst noch nicht zugelassen. Monatelang wurden daher nur fiktive „Geisterkurse" gebildet.

Für 2020 wird ein Verlust in zweistelliger Millionenhöhe erwartet

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 2020 erwirtschaftete die Gerry-Weber-Gruppe nach eigenen Angaben Umsätze zwischen 222 und 231 Millionen Euro. Die Prognose für das Gesamtjahr 2020 bleibe bestehen, weil die Auswirkungen der Corona-Pandemie bereits eingerechnet seien. Es werde ein Umsatz zwischen 260 und 280 Millionen Euro sowie ein negatives Betriebsergebnis in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe erwartet. Die liquiden Mittel der Gesellschaft beliefen sich zum 30. September 2020 auf 74 Millionen Euro (Ende Juni 2020: 91 Millionen Euro).

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