Nach Protesten: Ausschüsse rund um die Storck-Erweiterung im Event-Center

Ausschussvorsitzender Dieter Jung sieht in der Verlegung der Storck-Debatte die beste Lösung für alle.

Uwe Pollmeier

Umweltausschuss verschiebt nach Bürgerprotesten den Tagesordnungpunkt Storck-Erweiterung. - © Uwe Pollmeier
Umweltausschuss verschiebt nach Bürgerprotesten den Tagesordnungpunkt Storck-Erweiterung. (© Uwe Pollmeier)

Halle. Es war eine ungewöhnliche Situation und es musste schnell eine Lösung her. Als sich am Mittwochabend herausstellte, dass nur etwa ein Drittel der interessierten Zuhörer einen Platz im coronabedingt eingeschränkten Zuschauerbereich erhalten könnten, handelte Dieter Jung in Absprache mit der Verwaltung und den Mitgliedern des Umweltausschusses innerhalb weniger Minuten.

„Wir wollten niemanden aussperren", sagt Jung am Tag danach und sieht in der spontanen Verlegung der beiden Storck-Tagesordnungspunkte die richtige Wahl. „Hätten wir die Punkte ohne die große Öffentlichkeit besprochen, wäre die Transparenz gefährdet gewesen", argumentiert Jung. So habe man ein Zeichen setzen können, das belegt, wie sehr man an der Bürgerbeteiligung interessiert sei. „Es ist so ausgegangen, dass alle Menschen zufrieden sind", sagt Jung.

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Rund 80 Zuschauer wollten rein

Vorwürfe, man habe im Vorfeld die Lage nicht richtig eingeschätzt und somit falsch geplant, weist er von sich. „Wir hatten darüber nachgedacht, die Schulaula zu nutzen, allerdings wäre dort kaum mehr Platz gewesen, und uns hätte die benötigte Technik gefehlt", erklärt Jung.

Zwar habe er im Vorfeld auch darüber nachgedacht, das Event-Center als Tagungsort ins Auge zu fassen, jedoch habe er nicht den Mut gehabt, die Bürgermeisterin danach zu fragen. Wäre die große Halle, für die ja auch Miete zu zahlen wäre, nur zu einem Bruchteil voll geworden, hätte es vermutlich auch Kritik gehagelt.

Insgesamt 38 Personen sind aufgrund der derzeit gültigen Abstandsregeln für den Zuschauerbereich in der Mensa der Gesamtschule erlaubt gewesen. An der Sitzung des Umweltausschusses wollten aber mehr als doppelt so viele Bürger teilnehmen.

"Sternstunde der Demokratie"

Jung sieht in dem ungewöhnlichen Verlauf der Sitzung am Mittwochabend keinen Aufreger, sondern vielmehr eine „Sternstunde der Demokratie". Er habe ein gutes Gefühl und man habe so ein wichtiges Zeichen gesetzt. Man sei sich auch schnell einig gewesen, dass als richtiger Weg eigentlich nur eine Terminverlegung möglich ist.

Die Sache sei, das zeige auch das große öffentliche Interesse, kein reines Behördenverfahren. „Ich sehe uns auf dem richtigen Weg", sagte Dieter Jung. Die Situation und die dadurch bekanntgewordene Dimension des öffentlichen Interesses sei zudem ein Anschub für alle, die Angelegenheit ernst zu nehmen.

„Wir waren wohl eine Art Testballon für die kommenden Sitzungen", sagte der Ausschussvorsitzende. Obwohl er seit sechs Jahren Vorsitzender des Umweltausschusses und seit mehr als zwei Jahrzehnten Ratsmitglied der Grünen ist, habe er eine derartige Situation noch nicht erlebt. Das Interesse sei noch größer gewesen als erwartet. Währenddessen steht fest, dass der Haupt- und Finanzausschuss am Mittwoch, 19. August, im Event-Center tagt. Der Umweltausschuss mit den Storck-Punkten wird wohl am 26. August im Event-Center stattfinden.

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