Unfallstatistik: In welcher Altkreiskommune fährt es sich am sichersten?

Im erstmals mit Zahlen für NRW veröffentlichte Unfallatlas belegt eine Altkreiskommune leider den ersten Platz. Eine andere hingegen gilt als sehr sicher.

Uwe Pollmeier

Auf den Straßen im Altkreis gab es 2019 insgesamt 389 Verkehrsunfälle mit 376 Verletzten. Leider gab es auch vier Tote. - © CCO Pixabay
Auf den Straßen im Altkreis gab es 2019 insgesamt 389 Verkehrsunfälle mit 376 Verletzten. Leider gab es auch vier Tote. (© CCO Pixabay)

Altkreis Halle. Es gibt Ranglisten, auf denen man ungern einen der vorderen Plätze belegen möchte. Dazu gehört wohl auch der Unfallatlas, den das Statistische Bundesamt seit 2016 erstellt. In dieser Woche erschien die Übersicht zum ersten Mal auch mit Daten aus Nordrhein-Westfalen, und die unrühmliche Spitzenposition unter den landesweit 396 Kommunen hat sich direkt Borgholzhausen gesichert.

Dort gab es im vergangenen Jahr 63 Unfälle. Dies entspricht einer Quote von sieben Unfällen pro 1.000 Einwohnern und somit etwas mehr als beim Zweitplatzierten Ratingen (6,9) und dem Drittplatzierten Olpe (6,8).

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Zahlen außerhalb des Altkreises

In NRW gab es 2019 insgesamt 77.557 Unfälle mit 456 Toten und 78.268 Verletzten. Die niedrigste Unfallhäufigkeit gab es in Schlangen und Leopoldshöhe (beide Kreis Lippe, Quote je 1,8). Im Kreis Gütersloh gab es 1.869 Unfälle. Dabei starben 21 Verkehrsteilnehmer. Die Zahl der Unfälle und der Quoten gemessen an der Einwohnerzahl im Detail: Gütersloh (535; 5,3), Harsewinkel (102; 4,1), Herzebrock-Clarholz (77; 4,8), Langenberg (36; 4,2), Rheda-Wiedenbrück (299; 6,1), Rietberg (136; 4,6), Schloß Holte-Stukenbrock (134; 5,0), Verl (163; 6,4).

Als Unfallschwerpunkt zeigt sich dabei ganz klar die Bahnhofstraße, auf der es elf mal krachte. Mit dem Lückenschluss der A 33 dürfte sich ein weiterer Ort mit Unfallpotenzial ergeben, jedoch wird sich dies erst in den kommenden Statistiken, die jährlich erscheinen, auswirken. Ein auf der Autobahn verzeichneter Unfall hatte sich wenige Meter hinter der Landesgrenze auf Dissener Gebiet ereignet. Insgesamt verletzten sich bei den Unfällen in Borgholzhausen 80 Personen, darunter 21 Schwerverletzte.

Zwei Todesfälle in Steinhagen

Im Altkreisvergleich landet Halle mit 124 Unfällen (Quote: 5,7) aus dem zweiten Platz. Hier krachte es besonders häufig auf der B 68, aber auch auf der Bahnhof- und Alleestraße, wo es insgesamt zu neun Unfällen kam. Insgesamt verletzten sich auf Haller Straßen im vergangenen Jahr 104 Menschen, darunter 24 Schwerverletzte. Immerhin gab es aber in den beiden am höchsten platzierten Altkreiskommunen Borgholzhausen und Halle keine Verkehrstoten, was sie von den drei anderen Kommunen unterscheidet. Ende September starb ein 50-jähriger Harsewinkler, als er auf der Langen Straße in Oesterweg gegen einen Baum fuhr. In Werther gab es einen tödlich Verletzten auf der Engerstraße und in Steinhagen einen auf der Autobahn an der Auffahrt Bahnhofstraße sowie den tragischen Tod einer 23-jährigen Mutter auf der Isselhorster Straße, als sie eine Woche vor Weihnachten ihre zweijährige Tochter in die Kita bringen wollte.

Neben den beiden tödlichen Unfällen gab es in der Gemeinde Steinhagen 73 (Quote: 3,6) weitere. Dabei verletzten sich 72 Personen. In Versmold ereigneten sich 99 Unfälle (4,6), dabei gab es 96 Verletzte. Am wenigsten Unfälle in Relation zur Einwohnerzahl gab es in Werther. Hier verzeichneten Polizei und Rettungsdienst diesbezüglich 26 Einsätze. Damit ist Werther auf Rang 388 und somit die neuntsicherste Kommune in ganz NRW. Zu finden ist die Statistik mit allen Daten und einer übersichtlichen Kartenansicht unter www.it.nrw.

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