Der "Votomat" soll Hallern bei der Wahl einer passenden Partei helfen

Die „Bürger für Halle“ stellen nach dem Vorbild des Wahl-O-Maten eine Wahlempfehlungsanwendung online.

Birgit Nolte

Gregor Bramhof (von links), Helmut Rose, Kai Thöne und Gisela Bültmann stellen den "Votomat" vor, den die Initiative "Bürger für Halle" entwickelt hat. - © Birgit Nolte
Gregor Bramhof (von links), Helmut Rose, Kai Thöne und Gisela Bültmann stellen den "Votomat" vor, den die Initiative "Bürger für Halle" entwickelt hat. (© Birgit Nolte)

Halle. Ja, nein und vielleicht waren die Antwortmöglichkeiten bei den berühmten Liebesbriefchen, die unter der Schulbank an die Angebeteten weitergeleitet wurden. Jetzt, im Erwachsenenalter, interessieren andere Fragen brennender. Zum Beispiel die, welcher Partei man bei der Kommunalwahl im September seine Stimme gibt. Der Votomat der Initiative „Bürger für Halle" bringt mit der Auswahl „stimme ich zu", „neutral" und „stimme ich nicht zu" Licht ins politische Dunkel.

Um den Votomaten, der jetzt auf der Internetseite www.buergerfuerhalle.de freigeschaltet ist, füttern zu können, schickten die Organisatoren zunächst den örtlichen Parteien einen entsprechenden Fragenkatalog zu. Um eine möglichst hohe Transparenz zu schaffen, sind sämtliche Antworten online hinterlegt und einsehbar.

Wer möchte, kann aber auch direkt zum Votomaten schreiten. Acht von ursprünglich elf Punkten haben es in dieses Tool geschafft. „Ich bin dafür, dass wichtige Entscheidungen, die die Stadtentwicklung betreffen, mit der Bürgerschaft gemeinsam erarbeitet werden" oder „ich bin dafür, das Gelände zwischen Berufskolleg und Bahnlinie von Bebauung freizuhalten und dort einen Stadtpark zu entwickeln" sind zwei Beispiele, die positiv, negativ oder neutral bewertet werden können. Sollte es für den Nutzer ein besonders entscheidender Punkt sein, der abgefragt wird, kann er es mit dem Setzen eines Häkchens doppelt bewerten.

SPD und STU haben automatisch null Prozent

Ausgewertet wird am Schluss. Es öffnet sich eine Liste mit den hiesigen Parteien, und mit wie viel Prozent deren Ansichten sich mit denen des jeweiligen Nutzers decken. Bei der SPD und der STU allerdings wird in jedem Fall das Ergebnis null Prozent sein. „Von den Sozialdemokraten haben wir nur ein allgemeines Statement und keine konkreten Antworten auf unsere Fragen bekommen", berichtet Kai Thöne. Die STU ist seit der Fertigstellung der A 33 quasi nicht mehr aktiv.

Kai Thöne hat den Votomaten entwickelt. Als Vorbild diente die ebenfalls internetbasierte Wahlempfehlungsanwendung Wahl-O-Mat von der Bundeszentrale für politische Bildung. Seit 2002 wurde der Wahl-O-Mat mehr als 70 Millionen Mal genutzt. Auf solche Zahlen hoffen die „Bürger für Halle", einem Zusammenschluss aus Bürgerinitiative Alleestraße, Interessengemeinschaft Am Hang, Interessengemeinschaft Lange Straße, Stadtparkinitiative Halle und Bürgeranregung Halle, sicherlich nicht. „Wir wenden uns mit dieser Anwendung aber nicht nur politisch Interessierte", so Thöne, der betont, dass bei der Nutzung des Votomaten keinerlei Daten erhoben und damit auch nicht gespeichert werden.

Nicht nur im Internet, auch persönlich möchten die „Bürger für Halle" mit den Menschen ins Gespräch kommen. An den letzten sechs Freitagen vor der Kommunalwahl werden die Mitglieder mit einem Stand auf dem Wochenmarkt präsent sein. Außerdem ist in Kooperation mit der Volkshochschule Anfang September eine Podiumsdiskussion mit allen Bürgermeisterkandidaten geplant. In welcher Form steht aufgrund der sich häufig ändernden Vorgaben rund um die Corona-Pandemie aktuell nicht fest. Auf jeden Fall soll die Veranstaltung auch als Livestream bei YouTube zu sehen und zu kommentieren sein.

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