Klinikum Halle betont: Notfälle brauchen keinen Corona-Test

Wenn es ernst und eilig ist, wird niemand abgewiesen. Das stellen die Verantwortlichen nach wütenden Facebook-Reaktionen klar. Dabei habe sich nichts verändert.

Uwe Pollmeier

Der Kreis Gütersloh ist wohl derzeit die Hochburg der Corona-Tests. Wer ins Klinikum Halle muss, muss ebenfalls einen negativen Test vorweisen. Dieser kann aber auch noch vor Ort gemacht werden und für Notfälle und Schwangere gibt es natürlich Ausnahmen. - © Uwe Pollmeier
Der Kreis Gütersloh ist wohl derzeit die Hochburg der Corona-Tests. Wer ins Klinikum Halle muss, muss ebenfalls einen negativen Test vorweisen. Dieser kann aber auch noch vor Ort gemacht werden und für Notfälle und Schwangere gibt es natürlich Ausnahmen. (© Uwe Pollmeier)

Halle. Für die Menschen im Kreis Gütersloh sind und bleiben gewisse Einschränkungen alltäglich. Kneipenbesuche in Osnabrück sind gestrichen, Freibadbesuche im Kreis liegen auf dem Trockenen und Urlaub in Deutschland ist nur mit Bescheinigungen möglich, die kaum fristgerecht beim Reisewilligen eintreffen können. Als ob all dies noch nicht genug wäre, hat am Wochenende in den Sozialen Medien die Mitteilung die Runde gemacht, dass das Haller Klinikum nur noch Patienten aus dem Kreis aufnehme, sofern diese einen negativen Corona-Test vorweisen könnten.

„Dies Vorgehen gibt es schon seit einigen Wochen und ist nicht auf Menschen aus dem Kreis Gütersloh begrenzt“, erklärt Kliniksprecher Axel Dittmar. Jeder Patient, der ambulant oder auch stationär im Klinikum aufgenommen werde, müsse einen negativen Coronatest vorweisen. Sofern dieser noch nicht vorliege, werde er direkt im Haus gemacht. „Wir haben diese Regelung noch einmal bekräftigt, als die Tönniessituation aufgekommen war“, sagt Dittmar. Der entsprechende Hinweis stehe auch auf der Homepage des Klinikums und sei so gültig, wie dort nachlesbar.

Kliniksprecher wurde selbst überrascht

Wer jetzt Angst hat, dass er direkt nach einem Herzinfarkt, einem heimischen Stichsägenunfall oder nach dem Motorradcrash auf der Landstraße erst ein Wattestäbchen in den Mund bekommt und auf eine Behandlung gut 24 Stunden warten muss, kann beruhigt sein. „Diese Regelung gilt natürlich nicht für Notfälle und auch nicht für Schwangere“, stellt Dittmar klar. Wer schnelle Hilfe benötige, werde diese auch uneingeschränkt erhalten.

Der Kliniksprecher sei selbst überrascht worden von den vielen Facebook-Kommentaren, die er in den vergangenen Tagen auf der Seite des Klinikums lesen musste. Eine derartige Resonanz auf ein Thema habe er bisher noch nie erlebt. Ein Großteil der Kommentare sei jedoch sachlich falsch oder beleidigend gewesen.

Nach den Vorfällen rund um den Rheda-Wiedenbrücker Schlachtriesen wurden sämtliche in den Kreisen Gütersloh und Warendorf wohnenden Mitarbeiter des Klinikums Bielefeld mit den drei Standorten Mitte, Rosenhöhe und Halle getestet. Dabei wurde zunächst nach einer ersten Probe ein positiver Test vermeldet, woraufhin über die Station des Mitarbeiters ein Aufnahmestopp verhängt und alle Kontaktpersonen getestet wurden. Der sofort veranlasste Kontrollabstrich war dann aber negativ und alle Isolierungsmaßnahmen wurden in Absprache mit dem Bielefelder Gesundheitsamt aufgehoben.

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