Giftiger Baum auf Spielplatz? Stechpalmen müssen sofort beseitigt werden

Die neu angepflanzte Robinie auf dem Spielplatz an der Ravensberger Straße bleibt. Dafür sollen jedoch drei gefährliche Sträucher nach 40 Jahren sofort verschwinden.

Uwe Pollmeier

Die Beeren und Blätter der Stechpalme sind gefährlich. - © Pixabay
Die Beeren und Blätter der Stechpalme sind gefährlich. (© Pixabay)

Halle. Der Streit um eine von den Grünen auf dem Spielplatz an der Ravensberger Straße gepflanzte Robinie ist wohl vorerst beendet. Der Umweltausschuss hat gegen die Stimmen der CDU entschieden, den als leicht giftig geltenden Baum nicht umzupflanzen. Dennoch wird sich am Spielplatz zwischen Rathaus und Marktkauf bald etwas ändern, denn die Gefahr lauerte offenbar gleich dreifach an einer anderen Stelle.

„Wir haben eine Auskunft bei der Giftzentrale in Bonn eingeholt", sagte Abteilungsleiter Eckhard Hoffmann. Demnach seien keine schweren Vergiftungen durch die Robinie in den vergangenen Jahrzehnten bekannt. Nach einem Antrag der CDU hatte die Stadt die Informationen eingeholt und war dabei offenbar nicht die erste Stelle aus Halle. Die Mitarbeiter der Giftzentrale seien, so Hoffmann, etwas verwundert gewesen und hätten angesichts mehrere Anrufe aus der Lindenstadt gedacht, dass sich das Ergebnis längst rumgesprochen habe.

"Robinie ist nicht so giftig, dass sie nicht auf einem Spielplöatz stehen dürfte"

„Die Robinie ist nicht so giftig, dass sie nicht auf einem Kinderspielplatz stehen dürfte", fasste Hoffmann das Ergebnis zusammen. Allerdings habe man bei der von den Christdemokraten angeregten Untersuchung aller Spielplätze festgestellt, dass sich auf einem tatsächlich Pflanzen befinden, die die menschliche Gesundheit gefährden könnten. „Ebenfalls auf dem Spielplatz an der Ravensberger Straße haben wir drei ältere Stechpalmen entdeckt", sagt Hoffmann. Alle anderen Spielplätze in Halle seien jedoch frei von giftigen Pflanzen.

Diese Robinie, die die Grünen als Ersatz für einen vor drei Jahren umgefallenen Baum pflanzten, sorgte für Diskussion. - © Heiko Kaiser
Diese Robinie, die die Grünen als Ersatz für einen vor drei Jahren umgefallenen Baum pflanzten, sorgte für Diskussion. (© Heiko Kaiser)

Wie der Internetseite der Giftzentrale Bonn zu entnehmen ist, sind sowohl die Beeren als auch die Blätter der Stechpalme gefährlich. Beim Verzehr von bis zu fünf Beeren genüge es, große Mengen zu trinken. Wer mehr verspeist, muss unter Umständen damit rechnen, dass ihm der Magen ausgespült werden muss. Durch den Verzehr auftretende Symptome sind Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Einstimmig: Stechpalmen sollen sofort beseitigt werden

Ausschussmitglied Dr. Ute Müller forderte, die Stechpalmen sofort zu beseitigen. Die Verwaltung hatte dies erst für den Herbst vorgesehen. Halles Umweltbeauftragter Stephan Borghoff erwiderte, dass die Beseitigung von Sträuchern zwischen Anfang März und Ende September gesetzlich verboten sei. „Die Stechpalmen stehen da doch schon seit 40 Jahren", sagte Borghoff. Aber Müller ließ nicht locker: „Dann müssen Sie sich eben eine Genehmigung bei der Unteren Naturschutzbehörde einholen", sagte die in Steinhagen tätige Medizinerin. Dem Vorhaben der unverzüglichen Beseitigung der Pflanze stimmte der Ausschuss einstimmig zu.

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