Verkehrschaos in Künsebeck: Anwohnerin fordert Konzept für den Ortsteil

Die Situation auf der Kreisstraße hat sich verschärft, findet Frederike Hegemann. Die Künsebeckerin fordert deshalb umfangreiche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung.

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Auf dem Künsebecker Weg geht seit vier Wochen zwischen dem Kreisverkehr Tatenhausener Straße und der Kantstraße nichts mehr. Die Vollsperrung wird noch bis Anfang September anhalten. - © Nicole Donath
Auf dem Künsebecker Weg geht seit vier Wochen zwischen dem Kreisverkehr Tatenhausener Straße und der Kantstraße nichts mehr. Die Vollsperrung wird noch bis Anfang September anhalten. (© Nicole Donath)

Halle-Künsebeck (helm/ HK). Dass die Kreisstraße überlastet ist, ist für Friederike Hegemann keine neue Erkenntnis. „Anwohner haben bereits in den Jahren 2002/2003 eine Teilsperrung beantragt. 2019 gab es eine private Verkehrszählung mit erschreckend hohen Zahlen auf der extrem engen Ortsdurchfahrt", berichtet die Vorsitzende der rund 125 Mitglieder starken Interessengemeinschaft Künsebecker Bürger.

Mit der Teilsperrung des Künsebecker Wegs hat sich die Situation aus Sicht von Frederike Hegemann noch einmal verschärft. Da in absehbarer Zeit auch die Öffnung des Hengebergs als Verbindung nach Werther zu erwarten ist, sei es nun dringend erforderlich, „dass dieses Thema wieder aufgegriffen wird". Die Forderung der Grünen-Politikerin ist unmissverständlich: „Für ganz Künsebeck muss ein Verkehrskonzept her."

Brief an Halles Bürgermeisterin

Friederike Hegemann ist besorgt.  - © Marc Uthmann
Friederike Hegemann ist besorgt.  (© Marc Uthmann)

Mit ihren Anregungen und Forderungen für eine Verbesserung der Situation auf der Kreisstraße hat sich Friederike Hegemann deshalb jetzt an Halles Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann gewandt. In ihrem Schreiben, das auch dem HK vorliegt, unterteilt sie die kritische Strecke in zwei Bereiche: Oberhalb der Bahn – zwischen Talstraßen-Ausfahrt und B 68 – sei die Lage vor allem für Radfahrer problematisch. „Nutzer des Radweges beklagen sich über immer wiederkehrende gefährliche Situationen, weil sie an den Einmündungen, zum Beispiel am Gartnischer Weg, übersehen werden", berichtet Friederike Hegemann. Die Autofahrer hingegen rechneten scheinbar nicht damit, dass Radfahrer aus beiden Verkehrsrichtungen kommen.

Abhilfe sei in diesem Fall indes schon „mit kleinsten Mitteln zu schaffen". Die Aufbringung von Mittelstreifen zur optischen Einengung der Fahrbahn könnte verhindern, dass Fahrzeuge die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreiten, so Friederike Hegemann. Zusatzbeschilderungen und Straßenmarkierungen im Bereich Coveris, Uhlandstraße, Wielandstraße und Gartnischer Weg sollen darüber hinaus deutlich machen, dass Radfahrer von rechts und links die Straße kreuzen könnten.

Die Lebensqualität der Anwohner verschlechtert sich

Komplizierter stellt sich die Situation im Bereich unterhalb der Bahnlinie dar. Die enge Durchfahrt in der Wohnbebauung werde von vielen Lkw- und Pkw-Fahrern offenkundig als kurze Verbindung zur A 33 und den angegliederten Gewerbegebieten wie dem Ravenna-Park genutzt. Dazu diene sie aktuell auch noch als Umleitungsstrecke für den gesperrten Künsebecker Weg. „Aufgrund der immensen Zunahme des Verkehres verschlechtert sich auch die Verkehrssicherheit und Wohn- und Lebensqualität der Anwohner", sagt Friederike Hegemann.

Sie fordert deshalb, den Durchgangsverkehr einzuschränken. Dazu müssten Maßnahmen zur Einhaltung der Tempo-30- und Tempo-50-Regelungen getroffen werden. Dies könne unter anderem durch die Errichtung eines Geschwindigkeitsdisplays – bevorzugt im Bereich der Kantstraße, Richard-Wagner-Straße, Lessingstraße – geschehen. Nicht zuletzt, so Friederike Hegemann, müsse der Charakter einer geschlossenen Ortschaft entlang der Kreisstraße verdeutlicht werden.

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