Folgen der Hamsterkäufe: Ärger mit Klopapier-Alternative

Toilettenpapier-Alternativen sorgen für Probleme in der Kläranlage. Durch die Verstopfungen fallen für die Mitarbeiter unnötige Extraarbeiten an.

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Feuchttücher führen zur Verzopfung am Pumpwerk der Kläranlage (hier: Kölkebecker Straße) - © Stadt Halle
Feuchttücher führen zur Verzopfung am Pumpwerk der Kläranlage (hier: Kölkebecker Straße) (© Stadt Halle)

Halle (HK). In den Supermärkten ist es dank der Hamsterkäufe derzeit Mangelware: Toilettenpapier. Da Not aber bekanntlich erfinderisch macht, greifen viele Menschen zu alternativen Produkten. Doch Feuchttücher, Kosmetiktücher, Küchenpapier und Taschentücher gehören nicht in die Toilette. Genauso abgeraten wird von der Verwendung von Zeitungspapier.

Insbesondere Feuchttücher können böse Folgen haben: „Da Feuchttücher im Gegensatz zu normalem Toilettenpapier aus langfaserigem und sehr reißfestem Material bestehen, zersetzen sie sich nicht“, erklärt Valeska vom Hagen, Leiterin der Haller Kläranlage. Dies habe zur Folge, dass die Tücher verklumpen und Pumpen verstopfen.

In der Kläranlage Brandheide, hier bei einem Besuch der Haller SPD-Fraktion, gibt es derzeit unnötige Extraarbeit. Foto: Marc Uthmann - © Marc Uthmann
In der Kläranlage Brandheide, hier bei einem Besuch der Haller SPD-Fraktion, gibt es derzeit unnötige Extraarbeit. Foto: Marc Uthmann (© Marc Uthmann)

Hygieneprodukte in der Toilette führen nicht nur zu Problemen in der Kläranlage, sondern auch in den eigenen vier Wänden. So können sich vermehrt Verstopfungen in den hauseigenen Rohren bilden, wodurch das Wasser nicht mehr abläuft.

Verstopfungen in öffentlichen Rohrleitungen und Pumpwerken müssen aufwendig von den Mitarbeitern der Kläranlage oder des Bauhofs entfernt werden. Solche Arbeiten bedeuten gerade in der jetzigen Zeit zusätzliche und unnötige Belastung. Seit dem 18. März arbeiten die Mitarbeiter der Kläranlage im Schichtsystem. So kann gewährleistet sein, dass jeder Arbeitsbereich (Schlammentwässerung, Labor, Wartung der Kläranlagen und elektrische Arbeiten) jederzeit besetzt ist.

Um die Gefahr einer gegenseitigen Infektion zu vermindern, werden Arbeiten, die nicht allein erledigt werden können, derzeit soweit wie möglich vermieden.

„Bitte achten Sie auch im eigenen Interesse darauf, dass nur das in der Toilette landet, was dort auch hingehört“, erinnert Halles Abfallberaterin Janine Thannhäuser. Wenn aus Mangel an Toilettenpapier alternative Produkte verwendet werden müssen, sollten diese im Restmüll entsorgt werden.

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