Verkaufsgespräche für westlichen Teil des Borgers-Geländes auf Eis gelegt

Zunächst soll geklärt werden, ob die Deutsche Bahn Flächen für einen Radweg an der Haller-Willem-Trasse verkauft.

Rolf Uhlemeier

Am Klingenhagen geht es erstmal nicht weiter. - © Herbert Gontek
Am Klingenhagen geht es erstmal nicht weiter. (© Herbert Gontek)

Halle. Seit Jahren sucht die Freie evangelische Gemeinde ein Grundstück, auf dem sie ein dringend benötigtes neues, größeres Gemeindezentrum bauen kann. Nachdem die Stadt die Errichtung einer Georg-Müller-Bekenntnisschule durch den Kauf des Borgers-Geländes verhindert hatte, schien der Weg für einen Neubau im Bereich der ehemaligen Kleingartenanlage am Klingenhagen auf einer Fläche von 3.824 Quadratmetern frei. Entsprechende Verkaufsverhandlungen zwischen der Stadt und der Gemeinde haben bereits begonnen.

Am Mittwochabend hat sich der Haupt- und Finanzausschuss nun dafür ausgesprochen, diese Verhandlungen zumindest bis zur nächsten Sitzung des Gremiums auf Eis zu legen. Die Verwaltung wurde damit beauftragt, die Gespräche mit der Deutschen Bahn über einen möglichen Erwerb von Flächen entlang der Haller-Willem-Trasse in dem Bereich zu intensivieren.

„Aus unserer Sicht ist der Radweg entlang der Bahntrasse absolut notwendig."

Durch einen Bürgerantrag für die Errichtung eines Radweges entlang der Haller-Willem-Trasse war der Punkt auf die Tagesordnung des Gremiums gerutscht und sorgte für eine intensive Diskussion. Für die SPD räumte Wolfgang Bölling ein, das man die aus seiner Sicht dringend benötigte Radwegeverbindung von der Innenstadt bis zum Unternehmen Storck aus den Augen verloren hatte. Diesen Fehler aber nun korrigieren möchte: „Aus unserer Sicht ist der Radweg entlang der Bahntrasse absolut notwendig." Der Fraktionsvorsitzende wies darauf hin, dass sich die Verkehrsbelastung am Klingenhagen durch die dort langfristig geplante Wohnbebauung erheblich erhöhen werde und schon jetzt ein reger Lkw-Verkehr zur Belieferung des Kleingewerbes auf der anderen Straßenseite herrsche: „Da wird es mit dem mittlerweile gesetzlich vorgeschriebenem Abstand von 1,5 Metern zu Radfahrern schon heute schwierig."

Für die CDU erklärten Thomas Tappe und Hendrik Schaefer, dass es ihre Fraktion schwierig fände, die bereits angelaufenen Verhandlungen mit der Freien evangelischen Gemeinde auszusetzen. Die gleiche Ansicht vertrat Klaus-Peter Kunze (FDP). Jochen Stoppenbrink (Grüne) plädierte schließlich dafür, bis zur nächsten Sitzung eine definitive Antwort von der Bahn einzufordern, ob die Stadt den Bereich des ehemaligen Gleisbettes für den Bau eines Radweges erwerben könne. Dem schloss sich Karl-Heinz Wöstmann (UWG) an. Und so versprach die Bürgermeisterin am Ende, so schnell wie möglich Gespräche mit der Deutschen Bahn und der Freien evangelischen Gemeinde zu führen.

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