Mildes Urteil: Haller randaliert volltrunken am ersten Weihnachtstag

Anke Schneider

Nicht nur das Aquarium der Mutter ging zu Bruch, auch ein Nachbar geriet ins Visier des Betrunkenen. Jetzt urteilte ein Gericht über den Haller. - © CC0 Pixabay
Nicht nur das Aquarium der Mutter ging zu Bruch, auch ein Nachbar geriet ins Visier des Betrunkenen. Jetzt urteilte ein Gericht über den Haller. (© CC0 Pixabay)

Halle. Ein junger Haller stand jetzt im Amtsgericht noch immer deutlich unter dem Eindruck des ersten Weihnachtstages im Jahr 2018. Wie die Ermittlungen gezeigt haben, hatte er sich nach einer durchzechten Nacht in einer Bielefelder Diskothek verhalten wie die sprichwörtliche Axt im Walde.

Zunächst schlug er in der Wohnung seiner Mutter in Halle eine Scheibe des Aquariums ein und stieß den Fernseher vom Schrank. Dann begab er sich in den Hof und trat ein dort stehendes Fahrrad zusammen. Der 69-jährige Vermieter hörte das und wollte den Angeklagten zur Rede stellen. Daraufhin schlug der 28-Jährige dem Rentner mit der Faust ins Gesicht. Als die herbeigerufenen Polizisten den Mann nach Gütersloh zur Wache bringen wollten, wehrte er sich nach Kräften. Er stemmte sich derart gegen die Tür des Streifenwagens, dass diese sich verzog.

In der Ausnüchterungszelle aufgewacht

Der Beschuldigte berichtete unter Tränen, dass er sich noch an ein Glas Gin in der Diskothek erinnern könne. Das nächste sei dann die Ausnüchterungszelle gewesen. „Als man mir erzählt hat, was ich alles gemacht hatte, war ich fassungslos", sagte der Haller. Er habe sich sofort um die Schäden gekümmert und sich überall entschuldigt. Das wurde von den Beteiligten auch bestätigt. Für den Streifenwagen fehle die letzte Rate, so die Polizei.

Der Vermieter sagte, er wolle den jungen Mann auf keinen Fall anzeigen. Er sei ein ordentlicher Junge, mit dem es nie Probleme gegeben habe. „Ich kann gegen ihn nichts sagen", so der Rentner. Das Gericht stellte das Verfahren hinsichtlich der Schäden in der Wohnung der Mutter ein. Wegen des Angriffs auf den Vermieter, dem Schaden an dem Fahrrad der Nachbarin und dem Schaden an dem Polizeiwagen verurteilte ihn das Gericht zu 2.250 Euro Geldstrafe.

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