Banken müssen überwachen - und bekommen dafür besondere Regeln

Banken dürfen nicht nur, sondern sie müssen auch überwachen. Doch sie schützen sich nicht nur vor Räubern und Dieben, sondern auch vor Vandalen. Einen Mann aus Halle hat diese Sicherheitsmaßnahme jedoch misstrauisch gemacht.

Melanie Wigger

Zum Schutz vor Kriminellen haben Banken mehr Rechte. - © CC0 Pixabay
Zum Schutz vor Kriminellen haben Banken mehr Rechte. (© CC0 Pixabay)

Halle. „Das weiß ja jeder, dass Banken eine sensible Zone sind", stellt Volksbank-Sprecher Timo Klack fest. Und deshalb sind Videokameras in Bankfilialen eine Selbstverständlichkeit – Kritik von Kunden oder Mitarbeitern gebe es deshalb nicht. „Es geht schließlich darum, sie zu schützen", sagt Klack.

„Überall, wo Geldautomaten stehen, haben wir Kameras, aber aus Sicherheitsgründen können wir keine genauen Auskünfte über die Standorte erteilen." Nachdem maskierte Täter im Mai 2018 einen Geldautomaten der Deutschen Bank in Halle gesprengt hatten, habe man bei der Volksbank in puncto Sicherheit nachgelegt, berichtet Klack.

Auch Vandalen machen Ärger

Nicht nur die Bankautomaten werden in Halle gesichert, sondern auch Außenbereiche – und das nicht nur zum Schutz vor Räubern und Dieben: Vandalismus ist ebenfalls immer mal wieder ein Problem. Deshalb wurde das Parkdeck der Haller Volksbank-Filiale mit Kameras ausgestattet. Einen Nachbarn habe die Installation jedoch skeptisch gemacht, erzählt der Volksbank-Sprecher. Zu Unrecht – denn bei einer gemeinsamen Ortsbegehung wurde deutlich, dass die Kamera lediglich das Volksbank-Grundstück und keine Privaträume der Nachbarn auf dem Schirm hat.

Während Geschäfte und andere Unternehmen Aufnahmen in der Regel nach wenigen Tagen löschen sollen, gelten für die Selbstbedienungszonen der Banken verlängerte Aufbewahrungsfristen, erläutert Klack – zum Schutz der Kunden, wird das Material drei Monate aufbewahrt. „Wenn jemand dort eine Geheimzahl ausspioniert, kann das eigentliche Verbrechen ja auch viel später stattfinden", begründet der Sprecher. Ausgewertet werden die Aufnahmen bei Schadensfällen von der Polizei.

Überwachung wird gesetzlich vorgeschrieben

So verfährt auch die Kreissparkasse Halle. „Bei gegebenen Anlässen arbeiten wir eng mit der Polizei und den Justizbehörden zusammen und stellen ihnen Aufzeichnungen zur Verfügung", informiert Sprecherin Heidi Kirsch. „Wir haben in den öffentlichen Bereichen wie Eingängen und Kundenzentren Überwachungskameras installiert und machen darauf auch mit Hinweisaufklebern aufmerksam."

Kreditinstitute seien per se Unternehmen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen, erläutert Kirsch. Deshalb ist die Überwachung sogar gesetzlich vorgeschrieben.

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