Wiederholungstäter: Die Spielsucht macht einen Haller zum Betrüger

Vor Gericht: Eine krasse kriminelle Karriere hatte ein 37-jähriger Haller vorzuweisen.

Anke Schneider

Ein Haller stand wegen Betrugs vor Gericht.  - © CC0 Pixabay
Ein Haller stand wegen Betrugs vor Gericht.  (© CC0 Pixabay)

Halle. Der Angeklagte hatte im August vergangenen Jahres zwei Mobiltelefone bei E-Bay eingestellt, die er gar nicht besaß. Zwei Käufer bezahlten 450 beziehungsweise 500 Euro an den Haller, erhielten ihre Ware aber nicht. Die Richterin am Amtsgericht stellte fest, dass der Beschuldigte einschlägige Vorstrafen in atemberaubendem Ausmaß hat.

So wurde er bereits wegen Betruges in mehr als 30 Fällen und wegen Computerbetruges in 784 Fällen verurteilt. Verteidigerin Katrin Schmitt erklärte, dass ihr Mandant spielsüchtig sei, und das schon seit vielen Jahren. Dadurch habe er einen Schuldenberg von mehr als 150.000 Euro aufgehäuft. Die Betrügereien dienten dazu, Geld für die Spielhalle zu beschaffen. Eine stationäre Therapie hat er bereits hinter sich, wurde aber rückfällig. Nun wolle er einen neuen Versuch wagen, so die Anwältin. „Ich bin froh, wenn ich das endlich hinter mir habe, damit ich nach vorne schauen kann“, machte der Haller deutlich, dass es für ihn so nicht weitergehen kann.

Nur eine Therapie bewahrt den Haller vor dem Gefängnis

Der Bewährungshelfer, der den Beschuldigten wegen früherer Verurteilungen begleitet hatte, zeichnete ein positives Bild von dem Angeklagten. Er bescheinigte eine gute Mitarbeit und das ehrliche Bemühen, aus dem Schlamassel herauszukommen. „Der Bewährungsverlauf war bisher positiv“, meinte der Sozialarbeiter.

Die Richterin sah dennoch keinen Raum für eine Geldstrafe, die angesichts des Schuldenberges ohnehin nicht gezahlt werden könne. „Eine Freiheitsstrafe muss es schon sein“, sagte sie und brummte dem Haller vier Monate auf Bewährung auf. Als Auflage muss der Beschuldigte die Therapie beginnen und dieses Mal auch durchziehen.

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