Haller SPD schickt Edda Sommer ins Rennen ums Bürgermeisteramt

Der Vorstand des Ortsvereins wird den Mitgliedern die 41-Jährige als Kandidatin vorschlagen. Haller Sportfans ist Edda Sommer bestens bekannt.

Marc Uthmann

Edda Sommer bewirbt sich um das Bürgermeister-Amt. - © SPD
Edda Sommer bewirbt sich um das Bürgermeister-Amt. (© SPD)

Halle. Die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Ulrike Sommer hatte vor kurzem angekündigt, einen Generationswechsel bei den Haller Sozialdemokraten einzuleiten. Besonders sichtbar wird der nun auf der wichtigsten Position: Nach Informationen des Haller Kreisblattes hat sich der Vorstand der SPD auf Sommers Tochter Edda als Bürgermeisterkandidatin verständigt. Auf einer Mitgliederversammlung Mitte Februar könnte die 41-Jährige nominiert werden, um dann gegen Kirsten Witte (Grüne) und den Haller CDU-Kandidaten anzutreten.

Edda Sommer hat zuletzt vermehrt politische Verantwortung für die SPD in Halle übernommen, bei der sie 1997 als 18-Jährige eintrat. Im vergangenen Mai rückte sie von der Reserveliste in den Stadtrat nach, zuvor war sie bereits stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz. Nun sitzt die Hallerin regulär im Bau- und Verkehrsausschuss.

Dort wird sie sicherlich berufliche Expertise einbringen können: Die Landschaftsarchitektin arbeitet beim Harsewinkeler Unternehmen Pennekamp & Bisping in der Bauleitung, zuvor absolvierte sie eine Tischlerlehre und studierte an der Fachhochschule Osnabrück. Als politische Schwerpunkte nennt die Diplom-Ingenieurin folgerichtig Natur, Bauleitplanung – und Sport.

19 Jahre Leistungshandball für Union Halle

Letzteres ist aufgrund einer weiteren großen Leidenschaft ihres Lebens nur zu gut nachzuvollziehen: 19 Jahre lief Edda Sommer für die Handballerinnen der HSG Union 92 Halle auf, schaffte mit dem Team den Aufstieg in die Dritte Liga und führte es dort als Kapitänin aufs Feld. Die Erfolgsgeschichte endete vor knapp vier Jahren mit dem Rückzug der Hallerinnen aus dem halbprofessionellen Handball. Edda Sommer spielt heute nur noch in der Landesliga für den TuS Borgholzhausen, mit den gleichen Tugenden, die einst in Halle mit ihr verbunden wurden: Kampfkraft, Einsatzbereitschaft und der Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen.

All das wird sie in den kommenden Monaten brauchen, um im Wahlkampf in Halle zu bestehen. Denn ihre Partei setzt darauf, dass sie die Nachfolge von Anne Rodenbrock-Wesselmann antritt, die stolze 18 Jahre die Geschicke im Haller Rathaus lenkte. Zudem wird es diesmal voraussichtlich einen Dreikampf um den Bürgermeisterposten geben – es gilt also, die eigene politische Botschaft zu betonen und sich von der Konkurrenz abzusetzen.

Erst am vergangenen Donnerstag zeigte Edda Sommer bei einem politischen Ortstermin der Haller SPD Präsenz – ihr Dackel Rudi durfte dabei nicht fehlen. Er wird sich in den kommenden Monaten auf manchen Extra-Kilometer im Wahlkampf einstellen müssen – genauso wie ihr Lebensgefährte auf ein gemeinsames Abenteuer.

Kommentar

Neustart

• Halle steht vor einer politischen Zäsur: Die Ära von Anne Rodenbrock-Wesselmann endet, für ihre Nachfolge bewerben sich voraussichtlich drei völlig unterschiedliche Aspiranten. Edda Sommer könnte für eine junge Politik stehen und darf aufgrund ihrer sportlichen Vergangenheit einen gewissen Bekanntheitsgrad für sich verbuchen. Den muss sie nun nutzen, um die Bürger von ihren fachlichen Qualitäten zu überzeugen. Die SPD gibt mit ihrer Nominierung jedenfalls ein Statement des Neuanfangs ab.

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