Gefährlich für ältere Haller? Kampf gegen das Kopfsteinpflaster in der City

Die UWG sagt dem Kopfsteinpflaster den Kampf an und will, dass sich Senioren mit Rollatoren sicherer bewegen können. Die schnelle Umsetzung könnte aber am Geld scheitern.

Uwe Pollmeier

Das Kopfsteinpflaster auf der Rosenstraße ist Gift für Rollatoren. - © Uwe Pollmeier
Das Kopfsteinpflaster auf der Rosenstraße ist Gift für Rollatoren. (© Uwe Pollmeier)

Halle. „In der vergangenen Woche ist jemand mit dem Rollator auf der Rosenstraße gestürzt", sagt Manfred Stockhecke (UWG) im Verkehrsausschuss. Gerade für ältere oder gehbehinderte Bürger sei das Kopfsteinpflaster in der Innenstadt eine Belastung. Die UWG hat daher gefordert, die Maßnahmen aus dem ISEK für eine Verbesserung der Fußläufigkeit vorzuziehen. Eine Idee, welche die Mitglieder im Ausschuss überzeugte und einstimmig befürwortet wurde.

„Es kann nicht so bis 2024 weitergehen und es kann nicht das Ziel sein, Menschen auf fünf bis sechs Jahre zu vertrösten", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Bölling. Die Verwaltung solle prüfen, wie man dieses Vorhaben zeitnah umsetzen könne.

„Ich weiß nicht, ob wir das fördertechnisch genehmigt bekommen", erwiderte Bauamtsleiter Jürgen Keil. Für das ISEK bedürfe es eines Gesamtkonzepts, entsprechend sei auch die finanzielle Förderung ausgerichtet. „Ich kann Ihr Anliegen total nachvollziehen, aber ich befürchte, dass wir hier den fünften Schritt vor dem ersten machen", sagte Keil.

„Die Gefahr weise ich zurück"

„Das Pflaster ist nicht nur unbequem, sondern auch gefährlich", sprach sich Dieter Jung (Grüne) ebenfalls für ein schnelles Handeln aus. Die Sicherheit der Menschen müsse stets verfolgt werden. „Die Gefahr weise ich zurück", erwiderte Abteilungsleiter Eckhard Hoffmann. Das Pflaster sei nicht gut, aber es sei nicht gefährlich im Sinne der Verkehrssicherungspflicht. Man müsse sich dann aber fragen, ob man nur eine Rollatorspur einrichten oder direkt eine Komplettmaßnahme umsetzen solle.

„Eine Rollatorspur auf der Fahrbahn der Rosenstraße halte ich aufgrund des Autoverkehrs nicht für praktikabel", sagte Stockhecke. An den Seitenstreifen gebe es allerdings zu wenig Platz, so dass er für eine Prüfung der Gesamtmaßnahme sei.

„Stückchenweise bringt hier nichts. Wir sollten das Konzept komplett überarbeiten und die Sache beschleunigen", sagte Reinhard Stricker (CDU). Folgerichtig beschlossen die Ausschussmitglieder einstimmig, dass die Planungsansätze für entsprechende Maßnahmen hinsichtlich einer besseren Fußläufigkeit in Halle 2020 aufgenommen werden.

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