HalleFridays-for-Future: Auch im Altkreis wurde für eine bessere Zukunft demonstriert

Zum weltweiten Klimaaktionstag finden auch im Altkreis Aktionen statt. Während in Werther und Borgholzhausen tagsüber demonstriert wird, erhellen knapp 100 Haller am frühen Freitagabend mit einer Lichterkette den dunklen Novemberabend

Heiko Kaiser, Andreas Großpietsch, Uwe Pollmeier

Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen formierten sich an der PAB-Gesamtschule zum Demonstrationszug. Die Abschlusskundgebung fand auf dem New-Haven-Platz statt. - © Andreas Großpietsch
Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen formierten sich an der PAB-Gesamtschule zum Demonstrationszug. Die Abschlusskundgebung fand auf dem New-Haven-Platz statt. © Andreas Großpietsch

Altkreis Halle. Allein in Deutschland sind gestern an 550 Orten wieder Bürger dem Aufruf der Fridays-for-Future-Bewegung gefolgt und haben in den Städten für ein radikales Umdenken in der Klimapolitik demonstriert.

Werther

Es war wie ein Zeichen. Kurz bevor die Demonstration auf dem Platz vor dem evangelischen Gemeindehaus startete, zog ein Schwarm Kraniche in südliche Richtung – des Klimas wegen. Minuten später, nachdem die Teilnehmer der Klimapolitik demonstrativ die Rote Karte gezeigt hatten, machten sich auch knapp 100 Demonstranten für ein besseres Klima auf den Weg durch die Wertheraner Innenstadt zum Rathaus.

In Werther gingen etwa 100 Schülerinnen, Schüler und Erwachsene auf die Straße. - © Heiko Kaiser
In Werther gingen etwa 100 Schülerinnen, Schüler und Erwachsene auf die Straße. (© Heiko Kaiser)

Jana Schwartz, Inka Lege, Tim Vogel und Mariann Milsmann vom Evangelischen Gymnasium hatten die Klima-Demo organisiert und erhielten viel Beifall, besonders auch von den erwachsenen Mitstreitern. Für sie rief Dr. Anne-Kathrin Warzecha den Zuhörern vor dem Rathaus zu: „Noch haben wir eine Chance, das Ruder herumzureißen. Lasst sie uns nutzen." Sie schlug vor, jeder möge sich bis zum nächsten Treff seiner CO2-Bilanz versichern und sie um zehn Prozent senken. Und nannte mögliche Maßnahmen: Die Art der Fortbewegung, die Ernährungsgewohnheiten überdenken oder sich für einen anderen Stromanbieter zu entscheiden. Jana Schwartz führte anschließend aus, dass es schwer sei, genug Menschen zu einem veränderten Verhalten zu bewegen. „Denn es gibt für sie noch keine emotionale Verbindung zwischen Verhalten und Klimafolgen. Und mancher fragt sich: „Na und, was macht es schon, wenn im Sommer die Durchschnittstemperatur um zwei Grad steigt." Deshalb sei die Politik hier gefordert.

Am Ronchinplatz bildeten die Teilnehmer der Klimademonstration mit Kerzen, Taschenlampen und Handys eine Lichterkette, die der Weihnachtsbeleuchtung Konkurrenz machen sollte. - © Uwe Pollmeier
Am Ronchinplatz bildeten die Teilnehmer der Klimademonstration mit Kerzen, Taschenlampen und Handys eine Lichterkette, die der Weihnachtsbeleuchtung Konkurrenz machen sollte. (© Uwe Pollmeier)

Mit viel Enthusiasmus und großen Emotionen sprach anschließend die Schülerin Ida Klaas zur Menge. „Wie ist es nur dazu gekommen, dass Kinder und Jugendliche für ihre Zukunft auf die Straße gehen müssen?", fragte sie. Und rief ihnen zu: „Wir sind eine starke Generation. Wir werden etwas erreichen." Die Botschaft kam an. „Danke für Euren Einsatz, rief eine Zuhörerin und: „Macht weiter so."

Borgholzhausen

Sie war nicht überwältigend groß, die Schar der Demonstranten, die am Morgen durch die Straßen von Borgholzhausen zog. Aber sie machten sich während der Schulzeit auf den Weg durch die Stadt und waren mit ihren Parolen und Plakaten weder zu überhören noch zu übersehen. Die Polizei geleitete die Schülerinnen und Schüler durch die Stadt bis auf den New-Haven-Platz, wo die Abschlusskundgebung stattfand. „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt so ist, wie sie ist, sondern wenn sie so bleibt", sagte Linus Steinkühler dort zu den Mitstreitern.

Halle

In der Lindenstadt gab es diesmal, begleitet von einigen Reden, eine Lichterkette rund um den Ronchinplatz. „Wir wollen ein wenig Licht in dieser recht hoffnungslosen Situation spenden", sagte Organisator Fynn Horstmannshoff vor knapp 100 Zuhörern. Seit dem Start der Bewegung vor einem Jahr habe sich eigentlich nichts verändert. „Die Realität ist ernüchternd und frustrierend", sagte Horstmannshoff. Es sei schwierig, als junger Aktivist weiterhin Hoffnung zu bewahren. Dennoch werde man die Aktionen auch zukünftig fortsetzen. Mit Kerzen, Taschenlampen und Handys setzte die Haller ein Zeichen.

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