Kaiserschmarrn: Varusschlacht nach Stau auf der B 68

Satire: Heiko Kaiser nimmt das Geschehen im Altkreis aufs Korn

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Kaiserschmarrn Logo - © HK
Kaiserschmarrn Logo (© HK)

Sie glauben, alles über den Autobahnbau zu wissen? Weit gefehlt. Denn es gibt Dinge, die Sie mit Sicherheit noch nicht gehört haben und von denen auch keiner etwas weiß – außer dem Kaiserschmarrn. Wir haben Verblüffendes für Sie recherchiert.

In einer Höhle unterhalb des heutigen Wasserwerkes in Borgholzhausen befinden sich Wandmalereien aus dem Jahr 25.347 vor Christus. Die genaue Datierung ist deshalb möglich, weil die Künstler einen Strichkalender an der Höhlenwand hinterlassen haben. Daneben sind eine senkrechte Linie mit einer bauchigen Vorwölbung am unteren Ende sowie zwei aufeinander stehende Kreise zu sehen. Ursprünglich haben Forscher diese Zeichnung als die Mitteilung interpretiert, dass hier ein enorm dicker Mann einen Schneemann gebaut habe. Nach neuesten Erkenntnisse aber ist das „68" der erste historische Hinweis auf den Straßenbau entlang des Teutoburger Waldes.

Heiko Kaiser - © N. Donath
Heiko Kaiser (© N. Donath)

Bereits die Varus-Legionen standen auf der B68 im Stau 

Auch bei der Schlacht im Teutoburger Wald hat die Verkehrssituation eine entscheidende Rolle gespielt. Die damalige B 68 verlief als kleiner Fußpatt entlang der Südseite des Teutos. Historiker vermuten, dass die Varus-Legionen auf der viel berittenen und begangenen Route in einen Stau geraten und anschließend im allgemeinen Verkehrschaos aus dem Hinterhalt überfallen und besiegt worden sind.

Im Jahr 1898 entsorgte der Haller Kantor Friedrich-Hammond Orgel heimlich einen ausgedienten Bechstein-Flügel im Tatenhauser Wald. Im Korpus des Instruments siedelte sich eine bislang in heimischen Gefilden nicht bekannte und von Handelsreisenden aus Südostwestsibirien eingeschleppte Fledermausart an. Die nach ihrem ersten Wohnort so benannte Bechsteinfledermaus wird später bei der Trassenplanung der A 33 noch eine entscheidende Rolle spielen.

Lärmschutzkopfhörer bald Pflicht für Läufer auf der A33 

121 Jahre später: Straßen.NRW mahnt Menschen nicht christlichen Glaubens eindringlich zur besonderen Vorsicht bei der Nutzung der neuen Autobahnteilstrecke. „Der Segen ist von Vertretern christlicher Kirchen gesprochen worden. Wir wissen nicht mit hundertprozentiger Sicherheit, ob dadurch auch Muslime, Buddhisten, Menschen jüdischen Glaubens oder Atheisten geschützt sind. Straßen.NRW rät diesem Personenkreis, zur Sicherheit eine geweihte Christo-pherusplakette, die bei Verkehrsminister Andreas Scheuer kostenlos bestellt werden kann, am Rückspiegel zu befestigen oder aber die Gefahrenstelle schnell zu passieren.

Der Antrag des LC Solbad Ravensberg, die Autobahn auch zukünftig für Trainingsläufe freizugeben, ist jetzt von Straßen.NRW zumindest teilweise positiv beschieden worden. „Läuferinnen und Läufer dürfen die Fahrbahn aus Straßenreinigungsaspekten allerdings nur mit abriebfester Sohle betreten. Die Einhaltung kontrollieren »Schuhpos« der Autobahnpolizei. Und selbstverständlich dürfen sie sich nicht als Geisterläufer entgegen der Fahrtrichtung bewegen. Das wäre viel zu gefährlich", erklärt ein Sprecher. Er weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass für die Benutzung von Laufrevieren in der Nähe der Autobahntrasse – beispielsweise im Tatenhauser Wald – ab sofort das Tragen von Lärmschutzkopfhörern Pflicht sei. „Sie können beim Aktionsbündnis »A 33 sofort« gegen eine kleine Gebühr ausgeliehen werden."

Baumspenden zur Trasseneröffnung erbeten 

Straßen.NRW und das »Aktionsbündnis A 33 sofort« prüfen zurzeit, ob ein Anspruch auf Kostenerstattung gegen heimische Forstwirte besteht. „Wir haben Hunderte von Bäumen für den Trassenverlauf gefällt. Das hat sich jetzt als vorbeugende Naturschutzmaßnahme erwiesen", so Klaus Kahl-Schlag von der zuständigen Landesbehörde. Durch die vorausschauende Fällung sei der Borkenkäferbefall in den entsprechenden Gebieten eingedämmt und die Forstwirte von hohen Fäll- und Transportkosten bewahrt worden. Der daraus erwachsene Vorteil von 93.203 Euro soll jetzt möglicherweise in Rechnung gestellt werden.

Die Veranstalter der Eröffnungsfeierlichkeiten geben folgende organisatorische Hinweise: Bei schlechtem Wetter wird der Tanz ums goldene Kalb ins Festzelt verlegt und findet direkt im Anschluss an die Schulterklopfpolonaise statt. Es wird zudem darum gebeten, an der offenen Trasse von Beileidsbekundungen zur Umweltzerstörung abzusehen. Statt freundlich zugedachter Geldgaben wird um Baumspenden an den BUND gebeten.

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