Kahlschlag am Teutoburger Wald

Uwe Pollmeier

Kahlschlag: An einige Stellen am Hermannsweg in Ascheloh haben die Fällungen schon deutliche Spuren hinterlassen. Im kommenden Frühjahr werden die Arbeiten weitergehen. - © Uwe Pollmeier
Kahlschlag: An einige Stellen am Hermannsweg in Ascheloh haben die Fällungen schon deutliche Spuren hinterlassen. Im kommenden Frühjahr werden die Arbeiten weitergehen. (© Uwe Pollmeier)

Halle. „Einen weiteren heißen Sommer werden die beschädigten Bäume nicht überleben“, sagte Förster Johannes-Otto Lübke bereits Ende Mai. Sechs Monate und einen sehr warmen und trockenen Sommer später sind seine Befürchtungen leider Realität geworden. „Die Lage hat sich enorm verschärft. Ich befürchte nichts Gutes für das nächste Frühjahr“, beschreibt Lübke die aktuelle Situation.

Schuld an der Misere ist gar nicht einmal die Trockenheit an sich, sondern die daraus resultierenden perfekten Lebensbedingungen für den Borkenkäfer. Dieser setzt den Buchen und Fichten ordentlich zu. Aufgrund des für ihn optimalen Wetters ist die Zahl der braun-schwarzen Schädlinge seit dem Frühjahr 2018 förmlich explodiert. Da das Insekt, gerade bei milden Wintern, bis zu zwei Jahre lang überleben kann, ist deren Anzahl derzeit immens hoch. Hinzu kommt, dass allein im Sommer 2018 das Wetter für die Insekten so fortpflanzungsfreundlich war, dass innerhalb weniger Monate neben den Eltern auch direkt Kinder und Enkel und somit drei Generationen unter den Rinden der Bäume entlang krabbelten.

Im Wald lauert Gefahr

„Der Markt für Holz ist derzeit katastrophal. Wir fällen daher sicherlich keine Bäume, die nicht gefällt werden müssen“, erklärt Lübke. Am Hang des Teutoburger Waldes, sowohl auf der Haller als auch auf der Wertheraner Seite, werden derzeit rund 2.500 Festmeter Holz, was etwa 3.500 Kubikmeter entspricht, gefällt.

„Wir werden die Arbeiten zunächst Mitte nächster Woche beenden“, sagt Lübke. Das Holz müsse erst verkauft werden, und das auf einem Markt, auf dem das Angebot die Nachfrage deutlich übersteigt. Sobald dies erfolgt sei, werde man die Arbeiten auch an dieser Stelle fortsetzen. Aber auch an anderen Orten wird die Motorsäge im Frühjahr wieder rotieren.

Kein Verständnis hat Lübke für die Waldbesucher, die trotz Absperrungen den Forst betreten und sich somit während der Fällarbeiten in große Gefahr begeben. „Ich hoffe auf Verständnis in der Bevölkerung, gerade auch bei den Mountainbikefahrern“, sagt Lübke. Wer Fällarbeiten sieht, sollte sich diesen nicht nähern. Natürlich leiden auch die Wege durch das Befahren mit schwerem Gerät. „Die Wege sind aber in erster Linie Wirtschaftswege, und wir müssen das Holz irgendwie ja herausbekommen“, sagt Lübke.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.