Platznot: Haller Förderschule mit neuer Perspektive

Die Mosaikschule verzeichnet entgegen früherer Prognosen steigende Schülerzahlen. Allerdings wird es in Gartnisch jetzt eng. Nun gibt es umfassende Pläne

Marc Uthmann

Es mangelt an Platz: Die Mosaikschule an der Bredenstraße braucht mittelfristig ein zusätzliches Gebäude. - © Uwe Pollmeier
Es mangelt an Platz: Die Mosaikschule an der Bredenstraße braucht mittelfristig ein zusätzliches Gebäude. (© Uwe Pollmeier)

Halle. Die Verantwortlichen des Standortes Halle der Mosaikschule um Konrektor Albert Rohen werden am Donnerstag gespannt nach Gütersloh blicken. Dort tagt ab 15 Uhr der Schul-, Kultur-, und Sportausschuss des Kreises und berät über die räumliche Zukunft der Schule in Gartnisch.

Sie ist nach einer Konzentration der Standorte für Förderschüler aus Halle, Versmold, Borgholzhausen, Werther und Steinhagen zuständig. Bereits im März hatte die Kreisverwaltung die Politik darüber informiert, dass die steigenden Schülerzahlen zu erhöhtem Raumbedarf führen werden. Der Platz muss her, um die wachsende Nachfrage im offenen Ganztag der Primarstufe und im gebundenen Ganztag der Sekundarstufe I zu bedienen.

Es hat bereits Gespräche zwischen der Schulleitung und der Stadt Halle gegeben, nun zeichnen sich erste Lösungsansätze ab. Die Stadt will wie berichtet die Grundschule Gartnisch in mehreren Abschnitten neu bauen. Damit würde perspektivisch die zweigeschossige Immobilie frei, in der jetzt Klassen und die Verwaltung der Grundschule untergebracht sind.

Übergangslösung für vier Jahre

Diese Immobilie könnte der Kreis dann anmieten und nach Umbau und Renovierung für die Mosaikschule nutzbar machen. Durch einen zweigeschossigen Anbau mit Treppenhaus und Fahrstuhl würden das bestehende Gebäude der Mosaikschule mit dem zusätzlichen barrierefrei verbunden.

Welche Nutzung genau im Bestandsgebäude untergebracht wird – Klassenräume oder Räume des Ganztages und der Mittagsverpflegung – ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geklärt, heißt es in der Vorlage zur Sitzung. Bis die Grundschule Gartnisch die Räume freigibt, muss allerdings eine Übergangslösung her. Denn bereits im kommenden Schuljahr kann der räumliche Bedarf der Mosaikschule nicht mehr gedeckt werden. Die Fertigstellung der Grundschule Gartnisch ist indes erst für das Schuljahr 2024/25 geplant. Bis zu diesem Zeitpunkt werden für die Schule Containerlösungen geschaffen werden müssen. Gemeinsam mit der Stadt Halle wurde bereits erörtert, wo und in welcher Weise Container aufgestellt werden können.

"Eine wirklich positive Nachricht"

Die Kreisverwaltung favorisiert diese Lösung unter anderem aus wirtschaftlichen Gründen: Eine Bestandsimmobilie könne nach Renovierung weiter schulisch genutzt werden, was nachhaltig sei. Zudem werde die Miete voraussichtlich günstiger sein als für einen Neubau. Und für die Bestandsimmobilie gebe es eine „größere Flexibilität hinsichtlich der Mietdauer". Für einen Neubau sei aus Sicht der Stadt Halle hingegen nur ein langfristiger Mietvertrag über mindestens 30 Jahre denkbar.

Herbert Nentwig, Leiter der Mosaikschule, der sein Büro in Gütersloh hat, freut sich über die Pläne: „Das ist eine wirklich positive Nachricht", sagte er dem Haller Kreisblatt. „Denn es sind wirklich schöne Räume, die uns da zur Verfügung gestellt würden." Dass die Schule zunächst mit Containern arbeiten müsste, hält er für vertretbar: „Die benötigen wir nur für Teilbereiche und haben dafür eine gute Perspektive." Die Verantwortlichen der Mosaikschule hoffen also, dass die politischen Entscheidungsträger das Konzept befürworten.

Die Pläne werden der Politik am Donnerstag zunächst nur vorgestellt. Stadt und Kreis werden die Gespräche dann intensivieren und den Ausschuss auf dem Laufenden halten, bis dieser entscheiden wird.

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