Bei Weber geht's nicht um die Wurst - auch Sushi sucht man weiter vergeblich

Noch ist unklar, wer in drei Wochen in der früheren Gerry-Weber-Filiale sein Geschäft eröffnet. Die Gerüchteküche brodelt aber nicht nur hier. Ein in der Bevölkerung heiß gehandelter Kandidat ist aus dem Rennen

Uwe Pollmeier

Es gibt einen neuen Mieter in den früheren Räumen der Haller Gerry-Weber-Filiale an der Bahnhofstraße 29. Wer dies sein wird, soll aber noch so lange wie möglich verschwiegen werden. Sicher ist aber ein anderes Angebot als bisher - © Uwe Pollmeier
Es gibt einen neuen Mieter in den früheren Räumen der Haller Gerry-Weber-Filiale an der Bahnhofstraße 29. Wer dies sein wird, soll aber noch so lange wie möglich verschwiegen werden. Sicher ist aber ein anderes Angebot als bisher (© Uwe Pollmeier)

Halle. Nach dem letzten Verkaufstag in der Haller Gerry-Weber-Filiale an der Bahnhofstraße war nur kurze Zeit Ruhe im 220 Quadratmeter großen Ladenlokal im Erdgeschoss. Seit einigen Tagen gehen Handwerker ein und aus und arbeiten hinter den Fensterscheiben, die blickdicht mit weißen Papierbahnen verhangen sind.

„Es wird keine baulichen Veränderungen geben, aber es gibt halt hier und da etwas zu tun", erklärt Ralf Diekhaus, Eigentümer der Immobilie schräg gegenüber vom Rathaus. Der Mietvertrag sei mittlerweile unterschrieben, allerdings habe der Mieter ihn gebeten, bis zur Eröffnung alles geheim zu halten. „Ich darf leider nicht sagen, wer hier demnächst eröffnet." sagt Diekhaus. Sicher ist aber wohl, dass es passend zum Haller Nikolausmarkt am ersten Adventswochenende losgehen soll. Ebenso steht fest, dass das zukünftige Sortiment mit dem langjährig gewohnten Angebot von Gerry Weber nichts zu tun haben wird. „Es wird sich um einen Einzelhandel, aber nicht um Textilien handeln", sagt Diekhaus. Zudem wird der neue Ladenbesitzer wohl das Rad nicht neu erfinden. „Ein Angebot dieser Art haben wir bereits in Halle", fügt Diekhaus an.

Fleischwurst statt Hosen und Jacken?

Aus sicherer Quelle hat das Haller Kreisblatt erfahren, dass das Steinhagener Fleischerfachgeschäft Haskenhoff, das eine Filiale am Künsebecker Weg betreibt, nicht der neue Mieter sein wird. Vermehrt sei dieses Gerücht aufgekommen und auch beim Unternehmen selbst habe man dies schon mitbekommen. Allerdings sei an der Sache nichts dran. Dies bestätigt auch eine frühere Aussage Diekhaus’, der eine gastronomische Weiternutzung der Immobilie von Anfang an ausgeschlossen hatte.

Wunsch nach einem Café bleibt

Café Baier geht nach elf Jahren, die Eigentümerin wünscht sich einen branchengleichen Nachfolger. - © Uwe Pollmeier
Café Baier geht nach elf Jahren, die Eigentümerin wünscht sich einen branchengleichen Nachfolger. (© Uwe Pollmeier)

Gastronomisch soll es jedoch, sofern es nach den Wünschen der Immobilieneigentümerin geht, zwei Häuser nebenan an der Bahnhofstraße 33 weitergehen. „Wir befinden uns in Verhandlungen. In zwei oder drei Wochen kann ich mehr sagen. Ich wünsche mir, dass hier wieder ein Café reinkommt", erklärt Brigitte Schmidt. Sicher ist, so bestätigt sie nochmals, dass das Café Baier zum Jahresende nach elf Jahren die Räume verlassen wird. „Der Mietervertrag läuft aber zwölf Jahre und somit noch bis Ende 2020", verrät Schmidt. Thomas Baier habe ihr jedoch gesagt, dass er Ende 2019 das Geschäft aufgeben wird.

Keine Option ist die Immobilie für eine Ausweitung der dahinter liegenden Diakoniestation. „Wir haben derzeit einige Projekte in Halle, die wir umsetzen. Hier ist allerdings keins davon", dementiert Diakonie-Geschäftsführer Ingo Hansen ein mögliches Interesse am Nachbargebäude.

Sushi lässt weiter auf sich warten

Wenig bis gar keine Bewegung gibt es hingegen derzeit bei anderen leerstehenden Immobilien. So wartet das Haus Rosenstraße 11 weiterhin darauf, dass der seit Jahresbeginn auf einem am Fenster hängenden Zettel stehende Hinweis »Bald hier: Sushi und chinesische Gerichte« umgesetzt wird. Der Bad Iburger Gastronom Dang Hoa Dinh möchte hier weiterhin in Kürze Ente süßsauer, Frühlingsrollen und Chop Suey anbieten.

Schon wieder weg ist die Shisha-Bar »Hangover« im früheren türkischen Lebensmittelladen an der Bahnhofstraße. Auch hier sucht der Eigentümer weiterhin einen Nachfolger. Das von vielen ins Spiel gebrachte Wolllädchen wird es nicht sein. Ebenfalls noch keinen Nachfolger haben Rita und Harald Dröge für ihre Landpension in Ascheloh gefunden. „Es ist ein komplexes Objekt, wir haben noch kein Ergebnis", sagt Immobilienmakler Reinhard Brinkkötter. Sicher ist aber, dass das Ehepaar weitermacht, bis ein Nachfolger gefunden ist.

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