Naturfläche verschwindet: Volksbank darf Parkplätze in der Haller City bauen

Grüne stimmen dagegen: Sieben Politiker sehen keinen Bedarf, darunter auch ein Parteifremder

Uwe Pollmeier

Das Parkdeck der Volksbank in Halle - © Uwe Pollmeier
Das Parkdeck der Volksbank in Halle (© Uwe Pollmeier)

Halle. Dieter Jung hat kein Verständnis dafür, dass die Volksbank Halle ihr Parkdeck erweitern möchte. „Im Zentrum von Halle soll für 15 Parkplätze eine 400 Quadratmeter große Naturfläche verschwinden. Das halte ich für nicht notwendig", sagte Jung in der Ratssitzung. Die Fläche sei, gerade weil sie ungepflegt und naturbelassen ist, ein wertvoller Lebensraum für viele kleine Tiere.

„Es gibt doch Parkplätze zuhauf in Halle"

„Wir hören doch, dass die Onlinegeschäfte der Banken immer weiter zunehmen und der Kundenverkehr somit abnimmt", sagte Jung. Von daher sehe er keinen Bedarf für zusätzliche Stellflächen. „Es gibt doch Parkplätze zuhauf in Halle", sagte der Grünen-Politiker. Die Volksbank tue sich keinen Gefallen mit dem Bau. „Darum fordere ich den Vorstand öffentlich auf, dass Baurecht nicht wahrzunehmen", sagte Jung und erinnerte zugleich an die Fällung einer Linde vor der neunen Zentrale der Immobilienabteilung des Kreditinstituts im Frühjahr, die „bei vielen Menschen Entsetzen hervorgerufen hat".

Ulrike Sommer (SPD) verteidigte die Pläne der Volksbank und erinnerte daran, dass der Vorstand der Genossenschaftsbank einst einem Kompromiss zugestimmt habe, als man über eine mögliche Bebauung des Kiskergeländes nachgedacht hatte.

Die Mehrheit der Ratsmitglieder sprach sich schließlich für die Pläne der Volksbank aus. Lediglich die sechs Vertreter der Grünen sowie Detlev Kroos (CDU) stimmten gegen die Vergabe des Baurechts für die Parkdeckerweiterung.

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