Baufällig? So sieht's in den leeren Häusern an der Langen Straße aus

Lange Straße: Bei der Begehung der Immobilien wird schnell klar, dass in den Häusern zwar viel Charme steckt, aber es richtig teuer werden dürfte, diesen wieder zu erwecken

Uwe Pollmeier

Die Besichtigung an der Langen Straße - © Uwe Pollmeier
Die Besichtigung an der Langen Straße (© Uwe Pollmeier)

Halle. Die Szenen erinnern ein wenig an Wohnungsbesichtigungen zum Semesterstart in Münster. Rund 30 Personen pilgern durch Gebäude, deren Zustand bei Nichtstudenten wenig Mietlust wecken dürfte. Tatsächlich sind hier aber gerade Haller Politiker, Verwaltungsangestellte und Bürger unterwegs, um sich sechs im Besitz der Stadt befindliche Immobilien entlang der Langen Straße anzuschauen. „Man kann heute mal einen Eindruck davon gewinnen. Ich war bisher selbst noch nicht drin", sagt Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann und weist zugleich daraufhin, dass noch bewohnte Wohnungen von der Besichtigung ausgeschlossen wurden.

Die Kostenfrage steht im Mittelpunkt

„Mit der neuen Situation eröffnen sich große Chancen für eine lebenswerte Gestaltung der ehemaligen B 68. Verkehrliche und auch bauliche Aufwertungen sind das gemeinsame Ziel", betont Anne Rodenbrock-Wesselmann. Wie diese konkret aussehen werden, dürfte sich in den kommenden Monaten entscheiden. Oliver Erdmann, Architekt der Bauwerkstadt in Bielefeld, wird in den kommenden Wochen die Expertisen für die Häuser ausarbeiten. Ob die Politiker im Rat dann irgendwann diesen Empfehlungen folgen werden oder aber andere Ideen bevorzugen, ist derzeit noch nicht absehbar. Sicher ist aber, dass sie mit der Häuserbesichtigung erste Eindrücke sammeln können.

Wie sieht es in den alten Häusern aus? - © Uwe Pollmeier
Wie sieht es in den alten Häusern aus? (© Uwe Pollmeier)

„Bei jeder Nutzungsänderung wäre der Bestandsschutz dahin", stellt Erdmann gleich zu Beginn der Führung im Haus mit der Nummer 24 klar. Würde man etwa aus einer Wohnung zwei machen oder aus einem Versicherungsbüro eine Fahrschule, dann wäre dies eine Nutzungsänderung und mit zahlreichen Auflagen verbunden, unter anderem mit Blick auf den Brandschutz. „Dann kann es richtig teuer werden und dann muss man sich halt fragen, was es bringen würde", sagt Johannes Brockbals (Gebäudemanager der Stadt Halle) während der Begehung der städtischen Immobilien.

Gerade durch die geringen Abstände der Gebäude wäre die Gefahr des Brandüberschlags bei einem Feuer immens. Es gebe einiges zu tun, teilweise sind die Haupträume fensterlos, was heute gar nicht mehr erlaubt ist. Die großzügigen Holzverkleidungen dürften ebenfalls aus Brandschutzsicht hinderlich sein.

Expertisen sollen die Richtung vorgeben

„Die Frage ist halt, wie weit wir gehen können. Die Gebäude müssten sicherlich zunächst in einen Rohbauzustand zurückversetzt werden", erklärt Brockbals den anwesenden Führungsteilnehmern. Im Haupt- und Finanzausschuss am kommenden Mittwoch um 17.15 Uhr in der Mensa des Schulzentrums Masch wird die Stadt erste Ideen für die Umgestaltung der Langen Straße vorstellen, wie etwa zwei Kreisverkehre Wertherstraße und Martin-Luther-Straße oder einen Tempo-20-Abschnitt. Bezüglich der zukünftigen Gebäudenutzung wird Architekt Erdmann nun Expertisen erstellen. „Ich kann kein Datum für die Fertigstellung nennen", sagt Erdmann und Michael Flohr vom Bauamt ergänzt: „In diesem Jahr wird das nichts mehr".

Einblicke an der Langen Straße - © Uwe Pollmeier
Einblicke an der Langen Straße (© Uwe Pollmeier)

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