Haller Hobby-Ahnenforscher löst das Rätsel der Familie Ellerbrake

Ulrich Maaß hat herausgefunden, wo die nach Missouri ausgewanderte Familie Ellerbrake einst lebte. Den entscheidenden Hinweis lieferte der neugeborene Sohn Heinrich

Uwe Pollmeier

Ellerbrake der alte Hof der Auswandererfamilie am Kreisverkehr zwischen Tatenhausener Straße Ravenna-Park , hinter feuerwehr Künsebeck - © Uwe Pollmeier
Ellerbrake der alte Hof der Auswandererfamilie am Kreisverkehr zwischen Tatenhausener Straße Ravenna-Park , hinter feuerwehr Künsebeck (© Uwe Pollmeier)

Halle/Theenhausen. „Eigentlich befasse ich mich ja in erster Linie mit der Wertheraner Geschichte", sagt Ulrich Maaß. Als der in Theenhausen lebende Architekt aber im Haller Kreisblatt von der Suche der inzwischen in den USA lebenden Renate Ellerbrake nach den Spuren der einst ausgewanderten Verwandtschaft sucht, juckt es dem Hobby-Ahnenforscher in den Fingern.

„Ich habe bestimmt einige Abende investiert, das geht alles nicht so schnell", sagt Maaß und zeigt seinen erstellten Stammbaum der Ellerbrakes, der sogar noch über die gesuchte und 1859 nach Nordamerika ausgewanderte Generation hinausgeht. Im digitalen Zeitalter ist es glücklicherweise möglich, Daten online abzufragen, so dass sich Maaß die Fahrt zum Landeskirchenamt in Bielefeld ersparen konnte. Schließlich sind die Kirchenbücher, die zurück bis ins Jahr 1660 gehen, immer noch die beste Quelle für Geburt, Taufe, Ehe und Tod.

Familienwohnsitz war zuletzt in Künsebeck

Ulrich Maaß aus Theenhausen - © Uwe Pollmeier
Ulrich Maaß aus Theenhausen (© Uwe Pollmeier)

„Gerade an die mehr als 100 Jahre alten Informationen kommt man problemlos ran", erklärt Maaß. Bei jüngeren Generationen können hingegen schon mal der Datenschutz im Wege stehen. Gerade für diese Personengruppe wäre auch das Standesamt eine Anlaufstelle, denn dort lagern immerhin Daten ab dem Jahr 1874. Zudem gibt es hilfreiche Onlineportale wie etwa das gebührenpflichtige Webportal »Archion« oder die kostenlose Suchseite »FamilySearch«, eine drei Milliarden Personendaten umfassende genealogische Datenbank der Mormonen, die es seit 2013 auch in deutscher Sprache gibt.

So viel zur Theorie, nun geht es in die Praxis, denn was Maaß herausgefunden hat, dürfte Renate Ellerbrake im fernen Florida freuen. „Ich habe ihre E-Mail-Adresse und werde ihr in Kürze die Ergebnisse rüberschicken", verspricht Maaß.

Nach seinen Erkenntnissen, die er auch alle mit Quellen belegen kann, sind der gesuchte Heinrich Wilhelm Ellerbrake und seine Ehefrau Marie Friederike Ellerbrake, geborene Imbirken, am 6. September 1859 in Bremerhaven an Bord des Schiffes Carl gegangen, welches sie über den Großen Teich bringen sollte. Die Ankunft in New Orleans erfolgte am 7. November. An Bord befanden sich 431 Passagiere, wovon 16 Personen während der Überfahrt starben, unter ihnen auch der siebenjährige Sohn der Ellerbrake. In den USA bekamen die Ellerbrakes noch drei weitere Kinder.

Den Hinweis auf den letzten Wohnort der Familie vor der Auswanderung liefert der am 25. April 1858 geborene Sohn Heinrich. Die zu diesem Zeitpunkt erfassten Wohndaten der Familie belegen, dass die Ellerbrakes kurzzeitig und somit unmittelbar vor der Auswanderung auf dem Hof »Künsebeck 19« wohnten. Dieser Hof existiert noch und liegt heute direkt am Kreisverkehr Tatenhausener Straße/Ravenna Park hinter dem Gebäude der Feuerwehr Künsebeck.

Hörste war die falsche Spur

Damit ist die Theorie, dass die Ellerbrakes aus Hörste stammen widerlegt. Allerdings hat Maaß auch herausgefunden, dass die Familie nur wenige Monate dort gelebt haben muss und zuvor mehrmals im Raum Isselhorst umgezogen ist. „Heinrich Wilhelm Ellerbrake war kein Landwirt, er war Heuerling und arbeitete immer wieder auf verschiedenen Höfen", sagt Maaß.

Geheiratet haben die Ellerbrakes ebenfalls am 20. Dezember 1847 in Isselhorst, gebürtig liegen seine Wurzeln hingegen in Steinhagen und ihre in Gartnisch. „Anfangs wohnte die Familie von 1847 bis 1852 auf dem Hof Holtkamp 20 im Kirchspiel Isselhorst", erläutert Maaß.

Die beiden Auswanderer lebten übrigens noch einige Jahre in den USA. Heinrich Wilhelm starb am 24. Januar 1897 in Berger (Missouri), seine Ehefrau Marie Friederike starb a, 22. Oktober 1908 im selben Ort. Der Name Ellerbrake existier jedoch bis heute in den USA weiter. Schließlich ist Renate Ellerbrakes Ehemann Jeff Brian die fünfte Nachfolgegeneration.

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