A33-Schleichweg wird gesperrt: Das hat Folgen für den Verkehr im Altkreis Halle

Eine dauerhafte Sperrung hatten die Anwohner beantragt. Denn Autofahrer seien einfach nur rücksichtslos gefahren.

Robert Becker

Darum geht es: Die kleine landwirtschaftliche Straße „An der Egge" wurde vermehrt als Durchfahrtsstraße zur A33-Auffahrt Dissen/Bockhorst genutzt. - © Robert Becker
Darum geht es: Die kleine landwirtschaftliche Straße „An der Egge" wurde vermehrt als Durchfahrtsstraße zur A33-Auffahrt Dissen/Bockhorst genutzt. (© Robert Becker)

Harsewinkel. Mit ihrem Aufschrei hatten die Anwohner „An der Egge" schon länger die Medien in Harsewinkel und Halle/Westfalen beschäftigt: Die kleine landwirtschaftliche Straße im Dreieck zwischen Harsewinkel, Kölkebeck und Hesselteich hat als Durchfahrtsstraße zur A33-Auffahrt Dissen/Bockhorst eine ungewollte Aufmerksamkeit erfahren. Jetzt wird die Straße dicht gemacht.

Der Planungs- und Bauausschuss wollte die versuchsweise Sperrung durch den Kreis nicht abwarten. Nach längerer Diskussion erfolgte der Beschluss einstimmig. Nun werden „An der Egge" in Höhe der Einmündung Kölkebecker Straße Sperrpfosten aufgestellt. Gleichzeitig wird die Straße zur „durchlässigen Sackgasse" erklärt. Nur Radfahrer und Fußgänger kommen durch. An den Einmündungen aus Richtung Halle (Greffener Landweg) und aus Richtung Harsewinkel (Beller Heide) werden Verkehrsschilder mit dem Sackgasse-Hinweis aufgestellt. „Die Versuchsphase gilt vorbehaltlich der Anordnung der Straßenverkehrsbehörde", ließ Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide einen einschränkenden Passus in den Beschluss mit aufnehmen. Die Sperrung wird als „Versuchsphase" realisiert.

Anlieger der Straße „An der Egge" sind zufrieden mit dem Beschluss: Horst Baumann (v.l.), Rolf, Hörnschemeier, Elke Hörnschemeier, Johannes Rennebaum, Paul Krimphoff und Silvia Loddemann verfolgten die Sitzung des Planungs- und Bauausschusses. - © Robert Becker
Anlieger der Straße „An der Egge" sind zufrieden mit dem Beschluss: Horst Baumann (v.l.), Rolf, Hörnschemeier, Elke Hörnschemeier, Johannes Rennebaum, Paul Krimphoff und Silvia Loddemann verfolgten die Sitzung des Planungs- und Bauausschusses. (© Robert Becker)

»40-Tonner, Busse und Pkw fahren hier von sechs bis 23 Uhr«

Die Anlieger hatten eine dauerhafte Sperrung beantragt, allerdings ist eine solche — im Behördendeutsch als „Einleitung eines Wegeentziehungsverfahrens" bezeichnet — nicht so einfach zu bekommen, wie Stadtplaner Reinhard Pawel bemerkte. Pawel hatte zuvor den Politikern aufgezeigt, dass die Verwaltung dem Bestreben nicht entgegen stehen würde. „Wenn ihr Beschlussvorschlag lautet, sofort die Versuchsphase zu starten, dann werden wir das umsetzen."

Gleich zu Beginn der Sitzung hatten die Anlieger die Straßensituation beschrieben. Sie waren mit ihrem Antrag auch bei der Stadt Halle vorstellig geworden, die in der letzten Woche ganz diplomatisch entschieden hatte, auf den Richtungsentscheid aus Harsewinkel warten zu wollen. „Es fahren bei uns 40-Tonner, Busse und PKWs von morgens um sechs bis abends 23 Uhr vor der Tür her", sagte Elke Hörnschemeier als Sprecherin der mit acht Vertretern erschienenen Nachbarschaft. „Die Autofahrer fahren rücksichtslos, und wir Anwohner bekommen das zu spüren." 95 Prozent betrage der Anteil an auswärtigen Kennzeichen. Der Kreis hatte in einer Zählung 45 Prozent „Auswärtige" gezählt. Die Anwohner merkten an, dass das Naturschutzgebiet „Barrelpäule" angrenzt. „Da stört sich keiner dran", sagte Anwohner Johannes Rennebaum. Die Nachbarn würden mittlerweile, um die eigenen Kinder zu schützen, diese mit dem PKW zur Schulbushaltestelle fahren. „Es ist sonst zu gefährlich", sagte Elke Hörnschemeier. Ortstermine mit der Bürgermeisterin und der Kreisverwaltung hatten bereits stattgefunden. Der Kreis hatte vorgeschlagen, die Öffnung der A33 im November abzuwarten, dann die Situation zu beobachten und erst danach eine probeweise Sperrung anzuschieben.

„Vollkommen nachvollziehbar" fand Dieter Berheide (CDU) den Antrag. „Je mehr dort gefahren wird, desto häufiger wird die Strecke im Navi der Autos angezeigt", bemerkte Berheide. Vera Dorgerloh (UWG) fand den Vorschlag ebenfalls gut. „Der Schwerlastverkehr muss vor der Tür weg." Allerdings befürchtete sie, dass nun die Beller Heide als Ausweichstrecke stärker frequentiert wird. Dorgerloh ist dort Anliegerin. „Wir haben dort jetzt schon 12 Prozent Schwerlastverkehr." Den entscheidenden Vorstoß brachte schließlich Michael Wagner (SPD), der die Sofortmaßnahme ins Spiel brachte.

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