Fake-News behaupten: Haller Attentäter kommt aus dem Altkreis Halle

Falsche Facebook-Profile: Im Netz kursiert das Gerücht, dass der Haller Todesschütze aus dem Altkreis kommt

Melanie Wigger

Symbolbild. - © CC0 Pixabay
Symbolbild. (© CC0 Pixabay)

Halle. Fast jeder Haller wird doppelt geguckt haben, nachdem am Mittwoch, 9. Oktober, die Nachricht vom Attentat in Halle durch die Medien ging. Doch die schreckliche Tat spielte sich – wie hinreichend bekannt – nicht im Altkreis, sondern an der Saale ab. Eine Tatsache, die im Netz nicht überall anerkannt wird: Screenshots mit den vermeintlichen Facebook-Profilen des Täters kursieren und untermauern Verschwörungstheorien, laut denen Stephan B. Iraner gewesen sein soll und aus Halle Westfalen stamme. „Falschmeldungen", betont Andre Wolf. „Diese und ähnliche Screenshots gehören nicht zu dem Täter. Es handelt sich um mutwillig in Verkehr gebrachte Irritationen", erläutert der Fakejäger des Vereins Mimikama.

Der Versmolder, der regelmäßig rechte Propaganda im Netz aufspürt und widerlegt, verweist darauf, dass der Attentäter gestanden und ein rechtsextremistisches, antisemitisches Motiv bestätigt habe. Überregionale Medien wie die Deutsche Presse-Agentur und N-TV berichteten da-rüber. Der Vater des Todesschützen bestätigte, dass Stephan B. in Eisleben, eine Stunde vom Ort des Anschlags entfernt, aufgewachsen ist. Dass es sich bei dem Täter nicht um einen iranischen, sondern um einen deutschen Staatsbürger handelt, dokumentiert zudem die Bundesanwaltschaft.

„Mit purer Absicht wird hier manipuliert"

„Mit Falschmeldungen, Spekulationen und Unterstellungen sollen Irritationen erzeugt werden", schlussfolgert Wolf. „Gleichzeitig werden Verschwörungstheorien aufgebaut, die von Inszenierungen und Ablenkungsmanövern sprechen."

Solche Phänomene seien oft nach Terroranschlägen und Unglücksfällen zu beobachten. Wolf kommentiert: „Diese Art der Verschwörungstheorien ist einfach schäbig. Ein Mann, dessen Identität eindeutig identifiziert wurde, der seine Taten live gestreamt hat, der sich schriftlich im Netz dazu bekannt hat, der bei der Ausführung der Tat gefilmt wurde, dessen Familie befragt wurde, der mittlerweile gestanden hat, wird im Netz mit purer Absicht manipulativ dargestellt, um Desinformation zu schaffen."

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