Cross-Trainer und Kicker im Büro: Software-Unternehmen zieht nach Halle

Das Software-Unternehmen act’o-soft wechselt nach Halle. In der ehemaligen Druckerei Brune tüfteln ab sofort kluge Köpfe an Softwarelösungen. Ins Auge fallen dabei die Raumgestaltung mit Kultserienambiente und die Freizeitausstattung

Uwe Pollmeier

Meike Niemeier, Marketing Managerin, zeigt den Fitnessraum für die Mitarbeiter. - © Uwe Pollmeier
Meike Niemeier, Marketing Managerin, zeigt den Fitnessraum für die Mitarbeiter. (© Uwe Pollmeier)

Halle-Künsebeck. „Unser Ziel ist es, Leben ins Büro zu holen", sagt Christian Malachowski. Immer mehr Arbeit dränge inzwischen ins Privatleben. „Es fühlt sich wie eine Einbahnstraße an. Wir wollen das aufbrechen, und das Leben ins Büro holen", ergänzt der Geschäftsführer des Software-Unternehmens act’o-soft. Was er damit meint, wird umgehend nach dem Durchtrennen des Bandes vor der Eingangstür bei der Einweihung des neuen Firmensitzes auf dem Areal der früheren Druckerei Brune an der Brackweder Straße.

Hans-Walter Hermanns (Geschäftsführer), Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann und Chrisitan Malachowski (Geschäftsführer) zerschneiden das Band am neuen Firmensitz in Künsebeck - © Uwe Pollmeier
Hans-Walter Hermanns (Geschäftsführer), Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann und Chrisitan Malachowski (Geschäftsführer) zerschneiden das Band am neuen Firmensitz in Künsebeck (© Uwe Pollmeier)

Nicht nur die hellen Büroräume sind top ausgestattet, insbesondere das Drumherum lässt so manchen Besucher staunen. Wer selbst noch in seinem Büro regelmäßig am Schreibtisch mit Standardhöhe seinen Windows-95-Rechner hochfährt und als sportliche Aktivität im Dienstgebäude lediglich Toilettengang und Kollegenbesuch vorzuweisen hat, dürfte beim Anblick der Freizeitetage im Keller, die den Namen act’o-ase trägt, vor Neid erblassen.

Aktiv auf dem Rudergerät statt passiv im Ruheraum

Mikrowelle? Na klar, aber drumherum bitte eine multifunktionale und moderne Einbauküche. Und zum Sofa gehört natürlich der 60-Zoll-Flachbildfernseher mit Pay-TV und Xbox-Anschluss. Und wer sich die Abogebühren fürs Fitnessstudio und die verlorene Lebenszeit auf dem weg zur Muckibude schenken möchte, kann direkt in der Firma trainieren. „Wir haben sogar ein Rudergerät mit Wellengeräuschen", sagt Malachowski. Als der Geschäftsführer – firmenintern auch act’o-owner genannt – kürzlich beim Frisör war, verpflichtete er die Frau an der Schere direkt, alle zwei Wochen in der Firmenzentrale vorbeizuschauen, damit sie vor Ort die Frisuren der Mitarbeiter in Form bringen kann.

Man habe sich 2015 während einer kleinen Mitarbeiterkreuzfahrt von Kiel nach Oslo Gedanken darüber gemacht, wie das neue Firmengebäude, das offiziell act’o-ry heißt, aussehen könnte. „Softwareprogrammierer dürfen auch ein bisschen Nerds sein", sagt Malachowski. Das spiegelt sich wohl auch ein wenig in den Raumbezeichnungen wieder. Statt Konferenzraum 1 oder N 12 heißen diese in Anspielung auf die TV-Kultserie »Game of Thrones« Winterfell, Drachenstein oder Casterlystein.

„Wir sind ja nur Mieter, haben aber einen sechsstelligen Betrag investiert", sagt Malachowski, der sich mit konkreten Zahlen, wie etwa denen zum Umsatz, dezent zurückhält. Ziel sei es, die Produktivität der Mitarbeiter zu steigern und die agilen Arbeitsmethoden zu verbessern.

Eröffnung: Chrisitan Malachowski (Geschäftsführer) am neuen Firmensitz in Künsebeck, in der Act'oase (Ruheraum, Küche, Fitnessraum etc.) - © Uwe Pollmeier
Eröffnung: Chrisitan Malachowski (Geschäftsführer) am neuen Firmensitz in Künsebeck, in der Act'oase (Ruheraum, Küche, Fitnessraum etc.) (© Uwe Pollmeier)

„Jeder muss sich fragen, was sein eigentlicher Antrieb ist. Damit ist dann der Boden geschaffen für Kreativität und Inspiration", sagt Malachowski. Für die Zukunft plane man auch, eng mit den örtlichen Schulen zusammenzuarbeiten. „Wir wollen die jungen Leute dann abholen, wenn sie ins Berufsleben starten."

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