Steinhagener hat seine Ex-Partnerin mit zwei Handykameras bespitzelt

Amtsgericht: Verfahren ist gegen die Zahlung von 1.500 Euro eingestellt worden

Herbert Gontek

Symbolbild - © CC0 Pixabay
Symbolbild (© CC0 Pixabay)

Halle. „Ja, ist es richtig, ich habe das gemacht", sagte ein 32-jähriger Steinhagen. Er gestand damit, nach dem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung in Halle seine Ex mit zwei Handykameras gegen ihr Wissen überwacht zu haben.

„Die Situation hat mich sehr fertig gemacht. Kurz vor Weihnachten die kleinen Kinder, zweieinhalb und viereinhalb Jahre alt, und auch meine Frau verlassen zu müssen", berichtete der Mann. Unter Tränen erzählte die 33-Jährige, dass sie auf einem alten Handy Videos von sich und den Kindern durch Zufall gefunden habe.

Trennungsschmerz als Entschuldigung vor Gericht

Über den Bildwinkel habe sie den Standort der Handys ermitteln können. Sie habe nach dem Auffinden der Mobiltelefone ihren Vater und die Polizei informiert. Nach den Ausführungen der geschädigten Frau muss der Mann die Kameras nach dem Auszug installiert haben, als er in ihrer Wohnung auf die Kinder aufpasste.

„Es tut mir wirklich leid, ich hoffe, dass wir irgendwie wieder einen Weg finden, miteinander umzugehen", entschuldigte sich der Ex-Mann vor Gericht bei seiner ehemaligen Lebenspartnerin. Der Angeklagte erklärte sich bereit, die bei der Tat benutzten Handys einziehen zu lassen. Sein Anwalt machte Trennungsschmerz als Grund für die Tat zuständig.

Die Staatsanwältin sagte, es sei nicht nur ein Kurzschluss gewesen, etwas kriminelle Energie und Eifersucht habe da schon mitgespielt. Gegen Zahlung von 50 Tagessätzen à 30 Euro könne sie sich eine Verfahrenseinstellung vorstellen. So wurde es auch von der Richterin akzeptiert. Die Geldauflage geht jeweils zur Hälfte an die geschädigte Frau und den Kinderschutzbund Bielefeld.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.