Im Altkreis ziehen Hunderte fürs Klima auf die Straßen

Aus unseren Lokalredaktionen

Klimaschutzdemo in Borgholzhausen - © Ulrich Fälker
Klimaschutzdemo in Borgholzhausen (© Ulrich Fälker)

Altkreis Halle. "Alle fürs Klima" hieß es am Freitag, 20. September, auch im Altkreis. Hunderte beteiligten sich am globalen Aktionstag der "Fridays for Future"-Bewegung:

Halle

#AlleFürsKlima: Klima-Demos im Altkreis Halle

Mehr als 500 Menschen zogen am Nachmittag vom Rathaus durch die Innenstadt. „Es muss Schluss ein mit den leeren Versprechungen. Auch die Grünen haben beim Klimaschutz keine weiße Weste", sagte der erst 14-jährige Leon Minardo vom Kreisgymnasium bei der Kundgebung vor dem Start des Demozugs. Maximilian Stegemann (17) aus Versmold sprach sogar hinsichtlich der Klimaproblematik vom „größten Versagen der Menschheit". Zur Versammlung waren auch zahlreiche Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Verwaltung gekommen.

Borgholzhausen

Schüler und Lehrer der PAB-Gesamtschule zogen ab 11 Uhr durch die Lebkuchenstadt und hatten sogar die Genehmigung, die Bahnhofsstraße zu passieren und blockieren. Dem Protest der Schüler schlossen sich dabei auch Ratsmitglieder und etliche weitere Bürger an. Am New-Haven-Platz wurde zur Kundgebung eingeladen, bei der neben dem stellvertretenden Bürgermeister Hermann Ludewig und Schulleiterin Ursula Husemann vor allem die Schüler das Wort ergriffen. Linus Steinkühler warb für kleine Schritte: „Weniger Fleisch, weniger Autofahren, weniger Plastik." Aaron Schmitt und David Stanjek nutzten ihr künstlerisches Talent und erklärten: „Also müssen wir lauter werden und beginnen, mehr Menschen für uns zu gewinnen. Bis man uns nicht mehr ignorieren kann, hoffentlich fängt man dann endlich an."

Werther

„Wir haben eine Chance", die Welt zu retten, sagte Demo-Sprecher Florian Warzecha beim Start am evangelischen Gemeindehaus. Man könnte ergänzen: Die muss dann auch genutzt werden. Dafür zogen rund 250 Menschen von der Alten Bielefelder Straße zum Rathaus, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Unter den Demonstranten war auch Bürgermeisterin Marion Weike, für die der Weg zum Arbeitsplatz vielleicht „kein ganz leichter" war, wie Warzecha bemerkte. Immerhin dürften einige der Mitziehenden Verbesserungsbedarf bei Werthers Klimapolitik sehen. Wie es lokal laufen könnte, gaben die Schülerinnen Inka Lege und Jana Schwartz Weike und den anwesenden Ratsmitgliedern mit auf dem Weg. Die Forderungen: mehr Fahrradwege, mehr Grünflächen für Insekten, mehr Öffentlicher Personennahverkehr sowie die Genehmigung eines Bürgerwindrads und die Verwendung regenerativer Energien für Werther.

Versmold

„Es ist fünf vor zwölf." Als Pfarrer Sven Keppler das sagt, ist der Zeiger der Uhr streng genommen schon einige Minuten weiter gelaufen. Es dauert, bis alle Teilnehmer an der Protestaktion in die Kirche geströmt sind. An die 500 Personen sind es, darunter viele Schüler vom CJD-Gymnasium. „Großartig", findet Keppler das. Fünf vor zwölf – das bezieht er nicht nur auf die Uhrzeit, sondern symbolisch auf die Zeit, die in Sachen Klimaschutz drängt. „Wir wissen schon lange, welche Probleme es gibt, haben uns immer wieder beruhigt – und dann nichts getan."

Nun, wo man die Auswirkungen des Klimawandels ganz konkret spüre, aber müsse etwas getan werden. „Nicht aus Angst, sondern aus Liebe und Verantwortung unserer Welt gegenüber." Zusammen geht es mit Plakat und Apfelbaum vor die Petri-Kirche, um zu zeigen: Auch Versmold tritt für den Klimaschutz ein.

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